Happy Feet
Animationsfilm/Komödie/Musical, Australien/USA 2006, 108 Minuten, ab 0
Originaltitel: Happy Feet; Deutschlandstart: 30.11.2006 (Warner Bros.); Regie: George Miller; Produktion: Bill Miller, Doug Mitchell u.a.; Drehbuch: Warren Coleman, John Collee u.a.; Musik: Christian Gazal; Schnitt: Christian Gazal

Deutsche / Originalsprecher: Elijah Wood (Mumble), Brittany Murphy (Gloria), Hugh Jackman (Memphis), Nicole Kidman (Norma Jean), Hugo Weaving (Noah the Elder), Rick Kavanian/Robin Williams (Ramón), Ben Becker/Robin Williams (Lovelace), Johnny A. Sanchez (Lombardo), Carlos Alazraqui (Néstor), Lombardo Boyar (Raul), Jeff Garcia (Rinaldo), Fat Joe (Seymour), Magda Szubanski (Miss Viola), Miriam Margolyes (Mrs. Astrakhan), Elizabeth Daily (Baby Mumble), Alyssa Shafer (Baby Gloria) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (Warner Bros. )
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Guten Morgen, Kinder! - Guten Morgen, Fräulein Viola! - Schön, heute beginnen wir mit dem allerwichtigsten, das ihr in der Pinguin-Grundschule jemals lernen werdet. Weiß jemand, was das ist? Irgendjemand, irgendjemand? Niemand? Seymour? - Fische jagen? - Nein. Mumble? - Äh ... Keinen gelben Schnee essen? - Nein, das, das war es auch nicht, nein ... - Es ist unser Herzenslied! - Danke, Gloria, sehr gut, ja! Ohne unser Herzenslied sind wir keine richtigen Pinguine, nicht wahr? - NEIN! - Aber meine Kleinen, wirklich beibringen kann ich euch das nicht. Weiß jemand wieso? Irgendjemand? Niemand? - Sie können es uns nicht beibringen, weil jeder von uns sein Herzenslied ganz allein finden muss! - Sehr schön, gut gemacht! - Es ist die Stimme, die wir in uns drin hören! - Ja! - Die uns sagt, wer wir wirklich sind! - Die Pinguin-Grundschule.

Plot: Jeder Kaiserpinguin wird mit einem „Herzenslied“ geboren – sozusagen seinem persönlichen Ohrwurm. Mit Erreichen des betreffenden Alters finden sich durch gegenseitiges Vorsingen bzw. „Mash-Upen“ die für einander bestimmten Männchen und Weibchen: in diesem Falle Memphis (Orginalstimme Hugh Jackman) und Norma Jean (Originalstimme Nicole Kidman) durch ihre beiden Herzenslieder „Heartbreak Hotel“ (von Elvis Presley) bzw. „Kiss“ (von Prince). Eins kommt zum anderen, und letztlich schlüpft Memphis' und Norma Jeans Nachwuchs Mumble (Originalstimme Elijah Wood), der sich schon in frühester Jugend zur gleichaltrigen Artgenossin Gloria (Originalstimme Brittany Murphy) hingezogen fühlt. Glorias Herzenslied ist „Somebody to Love“ (von Queen) – zu dumm nur, dass Mumble als einziger Pinguin kein Herzenslied hat und auch überhaupt nicht singen kann, dafür aber ein hervorragender Stepptänzer ist.
Das wird in der Pinguin-Kolonie allerdings als unnütze Artverfehlung abgetan, und so wird Mumble von Oberpinguin Noah (Originalstimme Hugo Weaving) ausgestoßen. Wirklich weiterhelfen können ihm dabei weder der südländisch-charmante Adelie-Pinguin Ramon (gesprochen von Rick Kavanian) noch der weise Felsenpinguin Lovelace (gesprochen von Ben Becker). Unvermittelt entdecken Mumble, Ramon und Lovelace, warum in jüngster Zeit immer weniger Futter für die Pinguine in der Antarktis zu finden ist.

Kritik: Wie in jüngster Zeit üblich, liest sich die Besetzungsliste der Original-Synchronstimmen des neuesten Computeranimationsfilm aus dem Hause Warner Bros. wie das Who-is-Who von Hollywood. Erfreulicherweise wurden die deutschen Stimmen nicht nach „Soap-Popularität“ gecastet, sondern so weit als möglich mit den „korrekten“ Synchronsprechern besetzt oder wenigstens charismatische, zu den Originalstimmen passende Sprecher verpflichtet. Dies war bei den Hauptrollen auch unvermeidlich, denn die Filmsongs wurden ebenfalls von den Originalstimmen eingesungen - allen voran natürlich „Heartbreak Hotel“ von Hugh Jackman (X-Men), „Kiss“ von Nicole Kidman (Verliebt in eine Hexe) und „Somebody to Love“ von Brittany Murphy (Sin City), aber auch weitere Highlights wie die Latino-Version „A Mi Manera“ von Frank Sinatras „My Way“ von Robin Williams (Der 200 Jahre-Mann).
Und so stellt Happy Feet den meines Erachtens ersten Trickfilm dar, in dem die Filmsongs nicht als nervtötende Unvermeidlichkeit ertragen werden müssen: Vielmehr wird hier beinahe ein computeranimiertes Rock-Musical zelebriert, es groovet an allen Ecken und Enden.
Die meisten Computeranimationsfilme jüngeren Datums mussten sich mit einem derart grob umrissenen Konzept zufrieden geben und wurden nach Untermischen einer seichten Lovestory auf die Leinwand gebracht – am besten zur Weihnachtszeit. Doch Happy Feet fängt dort tatsächlich erst an: Mumbles Verbannung aus der Pinguin-Kolonie führt letztlich zur eigentlichen Kernhandlung, dass nämlich die Menschen in die Antarktis eingedrungen sind und für die Probleme der Pinguin-Population verantwortlich sind. Darauf aufbauend wird ohne Moralkeule, aber trotzdem auf den Punkt und dennoch kindgerecht die Empfindlichkeit des Ökosystems Antarktis und die Auswirkungen der Überfischung durch den Menschen in Szene gesetzt.
Das obligatorische Happy-End mag dabei noch so idealisiert und utopisch daher kommen: Es hilft Kleinen wie Großen zu verstehen, dass es größere Zusammenhänge auf unserem Globus gibt, bei denen man mit etwas gutem Willen tatsächlich viel erreichen kann. Diese Botschaft lässt sich mit packender Musik, überhaupt nicht flacher Handlung, gut gewählten Stimmen und hervorragender Computergrafik sehr gut ans breite Kinopublikum transportieren. Von meiner Seite: ausdrücklicher Kinogang-Befehl für die ganze Familie!

Fazit: Computeranimation meets Rock Musical: Packender Soundtrack, grandiose Bilder, tolle Hauptdarsteller(-Stimmen) und Öko-Message ohne Moral-Keule. 9 von 10 spanischen Playbacks.

Gero Zahn
19.12.2006

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45 Stimmen
Schnitt: 5.1
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Dennis (03.01.07): Also ich fand den Film große klasse, gerade wegen den guten oldies, ich weiß nicht wie es bei euch ist aber ich finde das mal eine gute abwächslung! Ok kleineren kindern wird die musik nicht zusagen aber jugendlichen sehr wohl!! Alles in allem kleine putzige Pinguine die lustige lieder singen, wobei das lustigste die hombrès waren^^. Mfg Dennis
teresa laschewski (02.01.07): In Anbetracht dessen, daß der Film eine Aussage trifft, die auf jeden Fall den meisten Kindern bis 6 Jahren verschlossen bleibt, was das Geringste sein dürfte, zeigt er unnötig überzogene Szenen, in denen völlig unrealistisch z.B. ein Seehund gezeigt wird. Bei allen alltäglich leider unvermeidbaren Schreckensbildern scheint es mir völlig überflüssig zu sein - zudem Kindern - aus solch einer Nähe und in einer solchen Ausführlichkeit den Schlund eines sonst für uns ausgesprochen harmlosen, ja sogar reizvollen Tieres derart schauerlich darzustellen. Wer erlebte diesen Anblick je, außer es fräße ihn gleich ein Tiger - zudem müßte man sich zuvor noch zu ihm umdrehen. Der Film als solcher gefiel uns schon, jedoch bitte nicht für kleine Kinder, auch wenn das Drumherum rührselig und schön inszeniert ist. Schade! Es ist eigentlich nicht nur schade, wenn ein Kind von diesem Film (gehe ich ins Kino, um mein Kind schocken zu lassen?) geängstigt wird (wenn auch unterbewußt). Es ist unverantwortlich, diesen Film mit Altersfreigabe ab 0 Jahren auszuschreiben!!!
Jörg (02.01.07): Sind die wirklich guten Ideen schon alle? Dieser Film befriedigt lediglich das Ego eiteler Computeranimateure. Die Storry geht glatt am eigentlichen Clientel vorbei- Kinder können mit den gegospelten Rockoldies ebensowenig anfangen, wie mit der endlos ins Detail gehende Handlung, die nach spätestens 25 Minuten die Geduld von Groß und klein gewaltig strapaziert. Die Spannung bleibt der Film ebenso schuldig, wie den echten Humor - lediglich ein "Anstandsschmunzeln des allgemeinen kulturignoranten Kinobesuchers" ertönt im Zuschauerraum. Selbst der sonst so erfrischende Humor für die begleitenden Omas, Opas, Mütter und Väter bleibt diesmal weg, stattdessen werden actionreiche Videospielszenen präsentiert, die die Lücke der weggelassenen Zutaten guter Filme füllen sollen. Auch logische oder schlüssige Erklärungen fehlen in der Handlung, was nicht weiter auffällt, wenn man vom ersten Augenblick des Filmes nicht mitdenkt. Alles scheint dieser Film ein farbloser Versuch zu sein, das beliebteste Clientel ( Kinder ) der Kinoindustrie hinzuhalten - ich war enttäuscht!
Olaf (02.01.07): @Dennis: Die Presseinformationen bezüglich Synchronsprechern von Happy Feet sind sehr schlecht. Daraus geht diese Information leider nicht hervor.
Dennis (01.01.07): Ist hier vielleicht unpassend zu fragen aber weiß den einer von wem die kinderstimme von Gloria ist??? Also die Stimme die man von ihr in der "grundschule" hört(also die liederstimme^^). Wär sehr nett wenn ihr mir helfen könntet! Mfg dennis
Sebastian (26.12.06): Tja, ich wäre von Happy Feet extrem begeistert, wenn da nicht dieses mega blöde Ende wäre!!!
Ca. 3/4 des Films sind wirklich spitze! Gute Musik, die singenden Figuren stören auch nicht, weil es zur Story passt und gehört! Die Story an sich ist nicht schlecht, super Animation, der Film hat Humor, aber auch Spannung und sogar richtige Dramatik!
Einfach klasse und bis dahin satte 9 von 10 Punkte wert!
Aber dann....
...dann kommt dieses Ende, was beim Zusehen richtig weh tut!
*SPOILER*
Super naiv, aufgesetzt unpassend und blöde löst sich alles in Friede, Freude, Eierkuchen auf. Nur weil die Menschen die tanzenden Pinguine bemerken und die so toll finden, erkennen sie ihre ökologischen Verfehlungen und es wird dann nach einiger Diskussion die gesammte Fischerei in der Antarktis eingestellt. Die Pinguine leben in Frieden und Harmonie zusammen, obwohl der tanzende Pinguin Mumble vorher der Ausgestossene und Verachtenswerte schlechthin war! Alles ist mit Liebe machbar, was dem Zuschauer, der bis dahin noch nicht fassen konnte, was er da plötzlich sieht, auch noch mal demonstrativ von einer der Filmfiguren auf der Leinwand (im übertragenen Sinn) so gesagt bekommt. Das sorgte bei mir dann endgültig für einen Würgereiz und ich habe mich nur noch kolossal geärgert, wie man einen eigentlich wirklich guten Film zum Schluß noch so verhunzen kann!
*SPOILER ENDE*
So reicht es dann wegen dem Ende statt für 9 nur noch für 7 von 10 für das Nest gesammelten Steinen (und das auch nur weil ich den Rest des Films so gut fand!)!

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