Planet der Affen

SF-Abenteuer, USA 2001, 120 Minuten, ab 12
Originaltitel: Planet Of The Apes; Deutschlandstart: 30.08.2001 (20th Century Fox); Regie: Tim Burton; Produktion: Richard D. Zanuck; Drehbuch: William Broyles, Jr., Lawrence Konner, Mark Rosenthal; Musik: Danny Elfman; Kamera: Philipe Rousselot; Ausstattung: Rick Heinrichs; Schnitt: Chris Lebenzon; Kostüme: Colleen Atwood

mit Mark Wahlberg (Captain Leo Davidson), Tim Roth (Thade), Helena Bonham Carter (Ari), Michael Clarke Duncan (Attar), Paul Giamatti (Limbo), Estella Warren (Daena), David Warner (Sandar), Kris Kristofferson (Karubi), Erick Avari (Tival), Evan Dexter Parke (Gunnar)

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Offizielle Homepage (20th Century Fox us)
Trailer (20th Century Fox)


Als nächstes sagen Sie noch, dass diese Biester eine Seele haben. - Natürlich haben sie eine. - Die Tochter des Senators flirtet mit der Blasphemie. ... Ist da irgendwo eine Seele drin??? - Der Affe Zhade "untersucht" den Menschen Leo

Plot: Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden auf einem Raumschiff im Orbit der Erde Experimente mit Schimpansen und anderen menschenähnlichen Affen durchgeführt. Sie werden ausgebildet Raumsonden zu fliegen, um in Gefahrenzonen eingesetzt zu werden, in die kein Mensch geschickt werden kann. Ausbilder ist Leo Davidson (Mark Wahlberg), ein junger Pilot, der eigentlich viel lieber selbst fliegen würde. Als dann sein Musterschüler auf einem Flug in einen Magnetsturm in Schwierigkeiten gerät, setzt er sich über die Vorschriften hinweg und fliegt selbst hinaus, um den Schimpansen zu retten.
Auf diesem Flug geschieht das, was alle Zuschauer erwarten. Davidson gerät selbst in den Sturm und verliert die Kontrolle über sein Schiff. Ein kurzer Blick auf die Datumsanzeige (welchen Zweck diese sonst verfolgt, ist mir schleierhaft) zeigt in die Höhe schnellende Zahlen, bevor Davidson in die Atmosphäre eines Planeten eintaucht, in einem Dschungel unsanft landet und sein Schiff in einem Tümpel versenkt.
Kaum aus den Fluten aufgetaucht, findet er sich in einer Masse flüchtender Menschen wieder, deren Beispiel er schnell folgt, als er sieht, wer sie verfolgt: Affen! Affen in Rüstungen, mit Netzen und Waffen ausgerüstet, um die Menschen als Sklaven zu fangen.
Auch Davidson wird gefangen und in die Stadt der Affen gebracht. Der weibliche Affe, oder sagen wir die Äffin, Ari (Helena Bonham Carter), eine Senatorentochter und durch diesen Status relativ sicher, zweifelt an der Richtigkeit der Unterdrückung der Menschen durch die Affen und rettet Davidson aus den Klauen des Sklavenhändlers. Aus ihrem Haus kann Davidson fliehen, jedoch nicht ohne sie zur Fluchthilfe zu überreden. Nachdem Davidson auch seine Ausrüstung aus dem abgestürztes Schiff rettet, macht sich eine kleine Gruppe aus Affen und Menschen auf den Weg in die verbotene Zone, aus der der Astronaut Signale seinen Mutterschiffs empfängt. Doch was sie dort finden, entspricht nicht ihren Erwartungen...
Der Widersacher von Davidson ist der Affengeneral Thade (brillant wie immer: Tim Roth), der einen eingefleischten Hass gegenüber den Menschen hegt, und immer wieder deren Ausrottung vom Senat fordert. Als Ari verschwindet, hat er ein Mittel, diese Zustimmung zu erlangen. Und so macht auch er sich mit einer Armee von Affen auf die Jagd nach diesem ungewöhnlichen Menschen, nachdem er von seinem sterbenden Vater (Charlton Heston, der 68'er Astronaut auf dem Planet der Affen) die Wahrheit über Menschen und Affen erfährt.

Kritik: Tim Burton (Sleepy Hollow, Batman Returns, A Nightmare before Christmas) liefert ein ordentlich inszeniertes Remake des Klassikers ab, der im Gegensatz zu den späteren Fortsetzungen des Vorbilds kaum Langeweile aufkommen lässt. Größtenteils hält er sich inhaltlich auch an dessen Vorgaben, wenn auch das Ende etwas variiert. Zu diesem Ende gelange ich in meiner Kritik leider sehr schnell, da "ordentlich inszeniert" weit entfernt von "hervorragend" oder "besser als das Original" ist. Wahlberg hat weder Ausstrahlung, noch schauspielerisches Talent, geschweige denn das Charisma von Heston. Letzterer ist wegen seiner fanatischen Unterstützung der American Rifle Association zwar umstritten, aber schauspielern kann er. Helena Bonham Carter verkörpert ihren Charakter der Äffin Ari genauso flach und unscheinbar. Allein Tim Roth spielt seine Rolle mit Herz und Enthusiasmus. Er springt, schreit, grollt, stöhnt und wütet, dass man glaubt, er wär bei einem Gorilla aufgewachsen. Er ist der einzige, der dem Film etwas Bewegung gibt. Alle anderen Charaktere plätschern vor sich hin, werden nicht wirklich ausgebaut, weil sie auch kaum die Möglichkeit bekommen, Emotionen zu zeigen. Immer muss der Handlungsstrang fortgeführt werden und die Menschen (und Affen) bleiben auf der Strecke. Besonders Wahlbergs Aufruf zum Widerstand gegen die Affenarmee, der den Menschen Hoffnung und den Willen zum Kampf geben soll, wirkt halbherzig und eher peinlich.
So leidet der Film darunter, dass selten Spannung aufkommt. Vieles ist vorhersehbar, auch ohne das Original zu kennen, und nicht einmal die Anspielungen auf religiöse Probleme und Klassen- und Rassenstreitigkeiten sind befriedigend gezeichnet. Und die komplizierte Erklärung Hestons auf dem Sterbebett, woher die Affen stammen und warum der Mensch, der vom Himmel fiel vernichtet werden muss, wirkt gestelzt und erzwungen. Als hätte man Zweifel, das Publikum könnte diesen Schluß nicht selbst ziehen.
Tja. Sauber inszeniert, nette Abendunterhaltung, aber nicht der Knaller, den die Einspielergebnisse in USA uns vorgaukeln, da Burton zu viele Dinge ungesagt lässt. Vor allem das Ende (das nicht mit der Freiheitsstatue im Sand von 1968 vergleichbar ist) ist vielleicht überraschend gedacht, hat aber einen ziemlich faden Nachgeschmack...
Ach ja, eh ich es vergesse, die Masken sind natürlich herausragend. Aber das sagt eh schon jede Kritik dieses Films. Ob dieser Fakt den Film zum Kassenschlager macht?

Fazit: Von mir gibt's jedenfalls nur 6 von 10 tobenden Gorillas

Markus Hoff-Holtmanns
29.08.2001

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Mieserabel10%
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Naja geht so9%
War okay11%
Gut10%
Sehr gut9%
Absolut hervorragend5%
Bester Film aller Zeiten11%

273 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch


Leser-Kommentare:
Cengizhan (15.07.07): hammerhartes Sci-Fi-Abenteuer mit tollen Masken und großartigen Darstellern . 10 von 10 Zeitreisen
Stingray (23.02.06): Sehr enttäuschend. Optisch nicht uninteressant, aber fast ohne jede eigene Idee und auf Sommer-Hit-Movie getrimmt. Konfus, langweilig und teilweise sehr unlogisch und nicht nachvollziehbar (vor allem das Ende). Die schauspielerischen Leistungen schwankten von großartig (Carter, Roth), über erwartetermaßen beschissen (Estella Warren) bis hin zu enttäuschend. Wahlberg KANN erwiesenermaßen schauspielern, aber hier agiert er gelangweilt und und unmotiviert durch die Gegend. Allerdings hat er mit diesem langweiligen Charakter und den öden Dialogen auch nicht viel zu tun. Das faszinierendste (und verwirrendste...) ist für mich persönlich, daß Helena Bonham Carter selbst unter ihrer Affenmaske 10 mal mehr Erotik versprüht als eine blonde Ex-Schwimmerin im knappen Leder/Fell-Outfit... Vielleicht sollte ich doch mal zum Therapeuten :D 4 von 10 Raum-Zeit-Vortex-Dingsen
Gameman (21.11.03): Das einzige was an dem Film geil ist ist Estella Waren.
Bad Boy (22.08.02): Ich bin natürlich ganz Deiner Meinung. Für mich als Burton-Fan und Liebhaber der Original-Serie (die von Folge zu Folge immer schwächer wurde) war dieser Film eine einzige Zumutung. Pierre Boulle, der nebenbei bemerkt schon mit Die Brücke am Kwai die Romanvorlage für einen Hollywood-Klassike schuf, lieferte mit seiner Novelle übrigens die Vorlage zu dem Ende des Burton-Films. Die Schlisspointe des Originals (1968) war eine reine Erfindung der Drehbuchautoren. Diese Verfilmung hält sich schon enger an den Roman-zumindest in diesem Punkt. Allerdings wurde im Buch auch die Affen-Stadt eher als hochtechnisierte, futuristische Festung gezeigt, denn als nahezu steinzeitliches Dorf. Schade dass das in keiner der bisher 6 Verfilmungen zur Geltung kommt.
Sean (03.05.02): Nach einigen kommerziellen(kommerziellen wohl gmerkt,nicht künstlerischen)Bruchlandungen,feierte Regie-Exzentriker TIm Burton anno 2000 mit Sleepy Hollow ein erfolgreiches Comeback.Nun machte er sich daran eine Hommage an den Science-Fiction-Klassiker Planet der Affen zu drehen,oder eher gesagt herunterzukurbeln.Burton besonn sich dabei offenbar an so sehr an seine Kino-Jugend,dass er es dabei versäumte seinem Neuinterpretation des Stoffes soetwas wie eine eigene Note zu verleihen.Das gewisse Etwas sozusagen.Hier fehl einfach der Charme der frühere Burton-Filme gegenüber anderen Produktionen auszeichnete.Das Burtoneske verblasst unter einer gefälligen,ereignislosen Inszenierung,die Exzentrik des Filmdesigns hält sich hier-was ebenfalls untypisch für Burton ist-in Grenzen.Der eigenwillge Charakter der vorangegangenen Produktionen des Independent-Mainstreamers wird zugunsten des kommerziellen Erfolges unter einer schönen Oberfläche glattgebügelt und komplett an den Mainstream verkauft. Mark Wahlberg schaltet auf Autopilot,Estella Warren sieht hübsch aus,hat ganze 3 Dialogzeilen aufzusagen,mit denen sie allerdings hoffnunglos überfordert zu sein scheint,und die Nebenrolle von Countrybarde Kris Kristofferson ist so überflüssig wie ein zweiter Kropf. Das vermeintlich orginelle Ende soll wohl der zynischen,zutiefst pessimistischen Schlusspointe des Orginals nacheifern,setzt dem Film aber in puncto Lächerlichkeit und krampfhaftem Bemühtsein der Vorlage gerecht zu werden die Krone auf.Trotz der zugegebenermaßen eindrucksvollen Affen-Masken,und Tim Roth sowie Michael Clarke Duncan ,die als bösartige Vertreter der haarigen Spezies die einzigen schauspielerischen Glanzlichter dieses Films markieren,der im Wulst zwischen Tomb Raider und Konsorten im Kino kaum Beachtung finden wird. Somit taugt die Primaten-Parade nicht mal als Popcorn-Kino.
Irmin Trenkler (06.03.02): Also wie manch andere hier kapiere ich den Schluss nicht, er ist doch wohl in der Zeit zurückgereist! Wie kann dann die Welt von Affen bewohnt sein wenn er gerade aus der Zukunft kommt und doch da alles verändert hat. Wäre er in die Vergangenheit hätte ich es ja noch kapiert, aber so!!! Also bitte bitte, erklärt mir jemand das Ende vom Film?
corinna (06.10.01): ich habe den film zwar noch nicht gesehen aber der ganze aufwand der für den dreh veruhrsacht wurde ist alleine schon eine sesation das habe ich mal im fehrnsehen gesehen!
Draupadi (27.09.01): kann mir mal jemand verraten warum/wieso zum teufel der affe zwar einen Raumanzug angezogen bekommt, einen Raumhelm aufgesetzt kriegt, aber keine handschuhe tragen muß?! (vakuum macht vor nackten händen, ja bekanntlich halt) Und seit wann verbrennen Raumzüge (die vakuum abhalten können sollten und auch sonst für extreme belastungen geschaffen sind, normaler weise jedenfalls) so schnell? Und wieso haben es die Affen (als weltherrscher) nötig gerade aufgerichtet zu gehen (was ihnen ja ganz offensichtlich schwerfällt)? tausende solcher kleinen fehler sind mir während des films förmlich ins gesicht gesprungen, aber ich hab mich trotzdem unterhalten gefühlt. also 6 von 10 leichtentflammbaren Raumanzügen
Jamie Rea (26.09.01): Die Affen waren erstaunlich!
Martin (06.09.01): Jajaja, die Atmophäre in diesem Film wird anfangs recht gut aufgebaut, und auch so hat der Film einige gute Ansätze... Das wars aber auch schon. Zwischendurch habe ich mich wirklich ernsthaft gefragt, ob nun vor oder hinter der Kamera mehr Affen waren. Was das Ende sollte ist doch klar: Ein richtiges Remake hat doch mindestens genauso viele Folgen wie das Original, oder? Insgesamt dann dank der guten Musik und der guten Maske 5 von 10 zerbrochene Urnen.
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