Planet Terror
Action/Horror, USA 2007, 102 Minuten, ab 18
Originaltitel: Grindhouse - Planet Terror; Deutschlandstart: 02.10.2007 (Senator); Regie: Robert Rodriguez; Produktion: Robert Rodriguez, Quentin Tarantino u.a.; Drehbuch: Robert Rodriguez; Musik: Graeme Revell, Robert Rodriguez, Carl Thiel; Kamera: Robert Rodriguez; Schnitt: Ethan Maniquis, Robert Rodriguez

mit Naveen Andrews (Abby), Michael Biehn (Sheriff Hague), Josh Brolin (Dr. William Block), Jason Douglas (Lewis), Jeff Fahey (J.T.), Stacy Ferguson (Tammy), Carlos Gallardo (Deputy Carlos), Nicky Katt (Joe), Rose McGowan (Cherry Darling), Julio Oscar Mechoso (Romey), Hung Nguyen (Dr. Crane), Michael Parks (Earl McGraw), Skip Reissig (Skip), Freddy Rodríguez (El Wray), Rebel Rodriguez (Tony Block), Jerili Romeo (Ramona McGraw), Felix Sabates (Dr. Felix), Tom Savini (Deputy Tolo), Marley Shelton (Dr. Dakota Block), Quentin Tarantino (Vergewaltiger), Bruce Willis (Lt. Muldoon) u.a.

Filmplakat
Internet Movie Database ()
Offizielle Website (Senator )
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Steh auf! Wir verschwinden. - Ich kann nicht laufen. - Na und? Steh auf! Steh auf! - Ah! ... Du blödes Arschloch! Sieh mich an! Sieh mich an! ... Ich wollte Stand-Up Comedian werden. Wer würde jetzt noch lachen? - Ein paar der besten Witze sind über Krüppel. Gehen wir! - Das ist jämmerlich und nicht lustig. - Hörst du wohl auf zu heulen wegen diesem scheiß Kratzer! - Mein Bein ist weg! - Cherry hat Probleme mit ihrer Standhaftigkeit.

Plot: Die Ehe des Ärzte-Ehepaares Dr. Dakota Block (Marley Shelton) und Dr. William Block (Josh Brolin) ist in einer Krise. Sie fühlt sich von ihrem Mann ständig bedroht und plant, mit ihrem Sohn heimlich das Weite zu suchen. Allerdings erst nach einer letzten gemeinsamen Schicht im Krankenhaus. Ihr Mann ist ihr jedoch auf die Schliche gekommen und hat nicht vor, sie so einfach gehen zu lassen. Aber bevor er was unternehmen kann, erfordern seltsame Vorkommnisse die ganze Aufmerksamkeit der beiden Ärzte.
Im Krankenhaus erscheinen plötzlich immer mehr Einwohner der Kleinstadt mit seltsamen Pusteln im Gesicht und eiterigen Blasen am Körper. Auch häufen sich die Meldungen über Übergriffe von sich seltsam verhaltenden Menschen, die andere Menschen anfallen, beißen und zerfleischen.
Bei einem dieser Übergriffe, verliert die Go-Go-Tänzerin Cherry Darling (Rose McGowan) ein Bein, wird aber noch rechtzeitig, bevor sie verbluten kann, von ihrem Ex-Freund El Wray (Freddy Rodriguez) ins Krankenhaus gebracht. Dort eskaliert die Situation allerdings, denn das vom Militär entwickelte und freigesetzte Virus, welches die seltsamen Symptome hervorruft, ist hochgradig ansteckend und immer mehr Menschen werden befallen...

Kritik #1: Mit Planet Terror ist nun endlich auch der zweite Film des gemeinsamen Grindhouse-Projektes (siehe dazu auch die Kritik zu Death Proof) von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez in den deutschen Kinos angekommen. Für die internationale Kinoauswertung liegt Planet Terror, wie auch schon Death Proof, in einer längeren Fassung als für die US-Vermarktung vor, bei welcher beide Filme zusammen als ein Double-Feature zu sehen waren. Dafür gibt es in Deutschland leider auch vor Planet Terror nicht die Fake-Trailer zu sehen, die im Vorprogramm des US-Double-Features eingebaut waren. Schade! Bleibt die Hoffnung auf die DVD-Auswertung, denn die Trailer sind spitze!
Planet Terror ist in Deutschland erst als zweiter Film in die Kinos gekommen, wohingegen er beim US-Double-Feature als erster der beiden Filme lief und zeitlich nach der ersten Handlungshälfte von Death Proof spielt.
Robert Rodriguez, der wieder mal den größten Teil des Filmemachens in die eigenen Hände genommen hat (Regie, Drehbuch, Schnitt, Kamera, Musik etc.), hat hier einen Exploitation-Film der Extra-Klasse geschaffen.

Da ist alles drin, was rein gehört: Action, Gewalt, Blut, Ekel, Sex, geile Frauen & coole Typen! Und das alles in einem genialen, trashigen B-Movie-Ambiente! Eben genau so, wie das Grindhouse-Kino der 70er-Jahre abseits des Mainstreams auch war. Abgerundet wird alles von einem erstklassigen Soundtrack!
Der Film unterhält wunderbar, vorausgesetzt man kann den hohen Splatter-, Gore- & Ekelfaktor ertragen! Rodriguez geht mit einigen Ekeldarstellungen schon bemerkenswert weit. Dabei überzieht er das Ganze natürlich so, dass es schon wieder lustig und unterhaltend wirkt. Und das ist ja auch die Absicht, die dahinter steckt. Ähnlich wie bei Peter Jacksons Film Braindead.
Im Gegensatz zu Tarantinos Langversion von Death Proof hat Planet Terror aber keine Längen und wirkt nie künstlich aufgeblasen. Wobei, nebenbei bemerkt, die kurze US-Fassung von Death Proof auch nicht das Gelbe vom Ei ist, da sie zwar keine Längen hat, aber dafür einige richtig gute Sachen fehlen. Wie sich das mit der Kurzfassung von Planet Terror verhält, weiß ich allerdings nicht. Zumindest kommt bei dessen internationaler Fassung der coole Gag mit der fehlenden Filmrolle vor, was bei Tarantinos Film entfallen ist.
Wie bei Tarantino, so sind auch bei Rodriguez Film jede Mange kleine, feine Anspielungen auf andere Filme eingebaut, sei es aus den Tarantino/Rodriguez-Werken oder generell aus dem Horror-/Action-Genre. Die Darstellerriege ist sehenswert. Da kommen nicht nur Stars, wie Bruce Willis oder Quentin Tarantino vor, sondern auch bekannte Gesichter aus früheren Zeiten, wie Michael Biehn (Terminator) und Seriendarsteller/-innen, wie z.B. die drei Protagonisten Rose McGowan (Charmed) und Freddy Rodriguez (Six Feet Under), sowie Naveen Andrews (Lost). Alle spielen wirklich überzeugend, wobei man hier Josh Brolin und Marley Shelton als Ärzte-Ehepaar in der „Trennungsphase“ nicht vergessen darf. Die beiden sind echt klasse in ihren Rollen.
Im Grunde ist der Film, als Projekt-Film gesehen, fast perfekt, wenn da nicht die wirklich maue Handlung wäre, die für 105 Minuten Filmlänge dann doch etwas zu dürftig ist. Aber da der Film, im Gegensatz zu Tarantinos Death Proof, durchgängig unterhält, ist das nicht ganz so schlimm. Letztlich ist Planet Terror der eindeutig bessere der beiden Filme geworden. Das muss ich als Tarantino-Fan leider zugeben! Sorry, Mr. Tarantino, aber da hat Mr. Rodriguez wirklich bessere Arbeit geleistet!

Fazit #1: Für Horror- und Trash-Fans ist Planet Terror ein absolutes Muss und wird bestimmt Mega-Kult! Alle anderen werden mit dem Film vermutlich nicht so viel anfangen können, schon allein wegen des hohen Splatter- und Ekelfaktors. Man darf natürlich keine anspruchsvolle Story erwarten, sondern muss auf überzogensten Trash gefasst sein. Dann unterhält der Film bestens und ist sehr amüsant! 9 von 10 unnützen Talenten!

Sebastian Schwarz
03.10.2007
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Ich hab was für dich gebastelt. ... Ich glaube sehr wohl an dich. Hab ich immer getan. Ich glaub, dass mehr in dir steckt. Du verdienst was besseres. Was besseres als mich. ... Und jetzt musst du für mich die werden, die du immer sein solltest. Steh auf! - Cherry bekommt ihr Bein mit Zusatzfunktion.

Kritik #2: Rodriguez rocks! Das Grindhouse-Doppel mag in Amiland ja gefloppt sein, aber zumindest die europäischen Versionen haben es in sich. Während Tarantino in Death Proof einmal mehr auf eher ruhiges Tempo und geniale Dialoge setzte, geht es bei Rodriguez richtig zur Sache. Denn das Rezept für das richtige Salz in der Suppe hat er ganz offensichtlich gefunden: Vom Anfang bis zum Ende serviert er uns einen wunderbar trashigen Zombiefilm, garniert mit abgedrehten Figuren, coolen Sprüchen, schwarzem Humor und jeder Menge Gemetzel, der genüsslich auf der Zunge zergeht.
Rose McGowan, bei Death Proof spaßeshalber das erste hilflose Opfer, darf hier alles geben, vom eröffnenden GoGo-Tanz bis hin zur schießwütigen Amazone. Hinzu kommen der gelungene Soundtrack und die netten Gastauftritte, u.a. von Tom Savini und „The Bruce“ Willis.
Lediglich Tarantinos Auftritt wirkt deplaziert: Einmal durchs Bild laufen hätte da vielleicht gereicht. Im Gegensatz zu Death Proof sollte man aber schon auf Gore-Effekte stehen, denn davon gibt es hier genug, noch dazu ironisch auf die Spitze getrieben (allein die Szene mit der Mini-Kreissäge!).

Inhaltlich geschickt überschneiden sich beide Filme im texanischen Krankenhaus, in dem sich schon Kurt Russel verarzten ließ: So wird hier u.a. die Story zwischen Sheriff Earl McGraw (Michael Parks, noch einer der vielen Darsteller, die bei Tarantino und Rodriguez immer wieder auftauchen) und seiner Tochter näher beleuchtet, die bei Death Proof nur angeschnitten wird. Aber das nur am Rande.
Planet Terror macht einfach Spaß, ungeachtet der genretypischen einfachen Story. Denn hier geht es nicht um das „Was“, sondern das „Wie“. Und das „Wie“ definiert sich bei Rodriguez ganz klar als „Spass-am-abgedrehte-Filme-Machen-haben“. So wurde hier auch die künstliche „auf-alt-Trimmung“ noch stärker betrieben, von Schlieren, Kratzern und Flimmern bis hin zum völligen Filmriss.
Somit ist Planet Terror wenigstens für Horror-/Splatterfans ein wahrer Gaumenschmaus, den man in der Art wohl so schnell nicht wieder erleben wird.

Fazit #2: Das Warten auf Rodriguez Hälfte des Grindhouse-Doppel hat ein Ende und sich gelohnt! Planet Terror ist eine gelungene und temporeiche Mixtur aus From Dusk Till Dawn und Desperado und lässt den Zuschauer am Spass teilhaben, den Rodriguez offensichtlich am Filmemachen hat. Das verdient klare 9 von 10 blutige Geheimzutaten für die BarBQ-Soße.

Nikolas Mimkes
06.10.2007

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War okay9%
Gut8%
Sehr gut7%
Absolut hervorragend8%
Bester Film aller Zeiten9%

759 Stimmen
Schnitt: 5
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
attack (03.01.08): Einer der unlogichsten Filme sie ich je gesehen habe. Es hat mir aber spaß gemacht. Ich halte es aber nicht für einen Horrorfilm. War eher ein extremer Actionfilm.
Jerry (11.10.07): Was für ein kranker Streifen! Mr. Rodriguez scheint wirklich eine schwere Kindheit gehabt zu haben. So viel Blut, Gedärme, Explosionen und abgetrennte Gliedmaße hat kaum ein Film der letzten 5 Jahre auf die Leinwand gebracht. Dazu jede Menge schmierige Typen, zynische Sprüche und abgedrehte Szenen. Mit anderen Worten: Ein Klassefilm! Hier wird ironischer Splatter-Horror wirklich aufs feinste inszeniert. Planet Terror ist dabei wirklich keine Minute langweilig wie es m.E. Death Proof war. Für alle die eimerweise Blut gut vertragen und Zombiegemetzel mögen eine klare Empfehlung. Wenn es der Kinobetreiber erlaubt, würde ich empfehlen eine frische Currywurst mit in die Vorführung zu nehmen. Einen Punkt Abzug gibt's trotzdem, weil ich gerne mehr als nur den einen Fake-Trailer zu Beginn gesehen hätte. Daher von mir 9 von 10 nekrotischen Geschwüren auf der Zunge.
Jens Schlüter (08.10.07): Planet Terror ist eine augenzwinkernde Hommage an die Zombiefilme der Grindhouse-Ära. Ein mordsmäßiger Spaß mit abgedrehten Ideen und viel Liebe zum Detail: 10 von 10 gelähmte Hände. ;)
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