Stay
Drama, USA 2005, 99 Minuten, ab 12
Originaltitel: Stay; Deutschlandstart: 23.02.2006 (Kinowelt); Regie: Marc Forster; Produktion: Eric Kopeloff, Bill Carraro u.a.; Drehbuch: David Benioff; Musik: Asche & Spencer; Kamera: Roberto Schaefer; Schnitt: Matt Chesse

mit Ewan McGregor (Sam Foster), Ryan Gosling (Henry Letham), Kate Burton (Mrs. Letham), Naomi Watts (Lila Culpepper), Elizabeth Reaser (Athena), Bob Hoskins (Dr. Leon Patterson), Janeane Garofalo (Dr. Beth Levy), B.D. Wong (Dr. Ren) u.a.

Filmplakat
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Kannst du dir vorstellen, dein Leben so sehr zu hassen, dass du an eine Ersatzklinge denkst? - Lila konfrontiert Sam mit der schonungslosen Wahrheit.

Plot: Sam Foster (Ewan McGregor) ist als Psychiater in New York tätig. Er bevorzugt Tweedanzüge und zu kurze Hosen. Mit seiner ehemaligen Patientin Lila (Naomi Watts) verbindet ihn eine Liebesbeziehung. Sie ist Malerin und einst rettete er sie vor einem Suizidversuch. Eines Tages sieht Sam sich mit Patient Henry Letham (Ryan Gosling) konfrontiert. Henry ist ein 21 Jahre junger Maler mit vielversprechendem Talent. Der junge Mann ist verwirrt, glaubt Stimmen zu hören und tote Menschen zu sehen, und dann eröffnet er Sam, dass er gedenkt sich binnen drei Tagen das Leben zu nehmen. Sam setzt alles daran dies zu verhindern.

Kritik: Marc Forster (Wenn Träume fliegen lernen, Monster´s Ball) schlägt mit Stay kunstvolle Töne an. Der Film schwelgt nahezu in künstlerischen Bildern und Überblenden. Es wird reichlich mit Lichtreflexen gespielt, mit Zeitlupen-Elementen, mit Illusion und Wirklichkeit. Der Zuschauer erlebt den größten Teil des Films, so wie Sam ihn erlebt. Und wir werden genauso verwirrt wie der Protagonist. Können wir denn den Dingen trauen, die wir sehen? Den Dingen, die wir hören? Den Menschen, denen wir begegnen? Sind sie tot oder lebendig? Befinden wir uns in der Zukunft, der Gegenwart oder gar der Vergangenheit? Ewan McGregor (Trainspotting, Young Adam) verkörpert den Psychiater Sam, der sich trotz aller Widerstände an die für ihn gültige Wahrheit klammert, sehr glaubhaft und stellt eine hervorragende Ergänzung zu seinem Patienten Henry dar – dargestellt von Ryan Gosling (Mord nach Plan).

In einem Moment wirkt er unglaublich verletzlich, schon im nächsten glaubt man eine 1-A-Psychopathen vor sich zu haben. Was ist Wirklichkeit? Was Illusion? Freunde von Filmen wie Donnie Darko - wie ich einer bin - werden an Stay ihre wahre Freude haben. Die Story ist knifflig und rätselhaft. Man stellt Spekulationen auf und verwirft diese wenig später wieder. Am Ende glaubt man wieder am Anfang zu sein und umgekehrt. Stay gehört zu den Filmen, die man mehrmals gesehen haben sollte, und dann wird einem trotzdem noch lange nicht alles klar sein. – Aber das ist ja gerade das „Schöne“ an der ganzen Sache ;-) Man kann einfach beim ersten „Gucken“ nicht auf alles achten. Im Nachhinein sind mir z.B. ganz andere Dinge aufgefallen als meiner Freundin und umgekehrt.
Forster entführt seine Zuschauer in eine Art von Zwischenwelt, welche sich ganz langsam um seine Hauptfigur Sam herum aufbaut bis zu dem Punkt, wo man als Zuschauer einfach nicht mehr weiß, woran man eigentlich gerade ist. Das Puzzle setzt sich zwar mehr und mehr zusammen, aber es ist trotz allem weit davon entfernt, ein Ganzes zu sein, denn einige Fragmente lassen sich einfach nicht einfügen. Farben, Lichteffekte und Geräusche prasseln geradezu auf den Zuschauer nieder und zurück bleibt Erstaunen und ein wenig Erkenntnis. Der Rest ist ein Meer aus Licht und Schönheit. Die filmischen Schnitte und Überblenden werden äußerst kunstvoll, ungewöhnlich und raffiniert eingesetzt. Farb- und Zahlensymbolik tun ihr Übriges.

Fazit: Stay ist ein künstlerisch wertvoller Film und für Freunde es eher unkonventionellen Kinos äußerst sehenswert. 9 von 10 davon schwebenden Luftballons.

Sandra Plich
27.02.2006

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1150 Stimmen
Schnitt: 5.4
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
bonton (05.03.08): wie wär's damit: henry und sam sind ein und dieselbe person. sam war mal kunststudent und hatte eine freundin namens athena. am abend, als er um ihre hand anhalten soll, verursacht er den tödlichen autounfall, bei dem seine eltern und athena sterben. vom trauma gezeichnet und von schuld geplagt erschafft er die kunstfigur henry, die büßen muss: für den tod athenas und den der eltern. sam studiert nicht mehr malerei sondern psychologie. erst als er Lila kennen- und lieben lernt, kann er sich der Vergangenheit stellen. Er kann den Tod Henrys zulassen, weil er ihn nicht mehr braucht und ist anschließend selbst nochmal am Unfallort - mit Lila als Krankenschwester - die beiden gehen einen Kaffee trinken. Nachdem Sam nun Henry hat zweimal sterben lassen (einmal Selbstmord, einmal Unfall, den er als Sam überlebt hat, im Film nochmal als Außenstehender erlebt, kann er mit Lila ein neues Leben beginnen ohne Schuld am Tod seiner Eltern und ohne ein zweites Ich, das als Sündenbock herhalten muss.
anna (28.05.06): ich muss ganz ehrlich sagen... ich habe den film nicht verstanden. jetzt wird mir langsam einiges klarer (wenn man überhaupt von klarheit rden aknn?!) aber ma braucht schon ein bisschen, um sich über das nicht vorhandene, (er)lösende ende klar zu werden.
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