Serenity - Flucht in neue Welten
SF/Action, USA 2005, 119 Minuten, ab 16, Prädikat: wertvoll
Originaltitel: Serenity; Deutschlandstart: 24.11.2005 (UIP); Regie: Joss Whedon; Produktion: Barry Mendel, Christopher Buchanan u.a.; Drehbuch: Joss Whedon; Musik: David Newman; Kamera: Jack N. Green; Schnitt: Lisa Lassek

mit Nathan Fillion (Mal), Gina Torres (Zoe), Alan Tudyk (Wash), Morena Baccarin (Inara), Adam Baldwin (Jayne), Jewel Staite (Kaylee), Sean Maher (Simon), Summer Glau (River), Ron Glass (Shepherd Book), Chiwetel Ejiofor (The Operative), David Krumholtz (Mr. Universe), Michael Hitchcock (Dr. Mathias), Sarah Paulson (Dr. Caron), Yan Feldman (Mingo), Rafael Feldman (Fanty) u.a.

Filmplakat
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Trailer (UIP )
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Die Crew der Serenity mit ihren "Gästen".
Die gelandete Serenity.
River ist nicht so harmlos, wie sie aussieht.
Schwere Geschütze müssen manchmal sein.

Sie sind mir eine Erklärung schuldig. Was in Dreiteufelsnamen ist da gerade passiert? - Fang damit an, wie Jayne von dem 45 Kilo schweren Mädchen umgehauen wurde, weil... Die Geschichte wird irgendwie nie langweilig. - Wissen wir, ob jemand getötet wurde? - Wahrscheinlich. Ich weiß, dass sie mich umbringen wollte, bevor der Doc sie gebremst hat. Mich würde schwer interessieren, wie genau das funktioniert. - Die Crew der Serenity wundert sich über River.

Plot: Das Sternenschiff Serenity ist ein Raumschiff der Firefly-Klasse, aber manch einer würde es wohl eher als Schiffs-Wrack bezeichnen. Als abtrünniger Schmuggler „segeln“ Captain Malcom Reynolds (Nathan Fillion), sein erster Offizier Zoe (Gina Torres) sowie deren Mann und Pilot der Serenity Wash (Alan Tudyk), Bordmechanikerin Kaylee (Jewel Staite), der grantige Ganove Jayne (Adam Baldwin), der Shepherd Book (Ron Glass) und die Companion Inara (Morena Baccarin) durchs All und beherbergen ganz nebenbei den Allianzflüchtling und Mediziner Simon Tam (Sean Maher) und dessen Schwester River (Summer Glau). Dabei sind Mal und seine Crew nichts anderes – nämlich Flüchtige; Abtrünnige der Allianz, die sich mit illegalen Geschäften über Wasser halten.
Doch River ist besonders, sie kann Dinge sehen, die gewesen sind und Dinge, die noch geschehen werden und ganz nebenbei mutiert sie auf ein Stichwort hin zur tödlichen Kampfmaschine. River hat ein Geheimnis, ein Geheimnis, das nicht einmal sie selbst kennt. Denn sie ist ein Versuchs-Opfer der Allianz. Aber das ist lange nicht die einzige Gefahr, die auf die Crew der Serenity lauert...

Kritik: Der Kinofilm Serenity basiert auf der Serie Firefly von Serien-Genie Joss Whedon (Buffy, Angel). Die Serie Firefly lief in den USA auf dem konservativen TV-Sender Fox und wurde - Gerüchten zufolge - sowohl von diesem als auch von Kirchen und sonstigen selbst ernannten Moralaposteln als amoralisch und anti-amerikanisch eingestuft, so dass nur 14 Folgen (inklusive Pilot) über den Sender liefen. Dann kam das Aus für die Serie.
Eine Companion (Prostituierte) an Bord in gehobener gesellschaftlicher Stellung, ein zynischer Captain im Westernoutfit, der gerne mal zuerst schießt und anschließend das Verhör durchführt, ein Shepherd (Priester/Missionar), der eine bisweilen sehr spezielle Bibelauslegung sein eigen nennt, und eine Bordmechanikerin, die ganz offen über ihre sexuelle Frustration spricht. Das alles zusammen war offensichtlich zu viel für die amerikanischen Moralisten – schade und dumm zugleich:
Denn Firefly/Serenity zu gucken, macht riesigen Spaß, denn die Serie/der Film sprudelt nur so vor grandiosen Dialogen und sarkastisch/zynischem Wortwitz. Die Westernelemente scheinen kaum vereinbar mit der Science-Fiction, doch Joss Whedon hat es geschafft, dass man es sich als Zuschauer bereits nach dem Pilotfilm kaum mehr vorstellen kann, dass es eine Science-Fiction-Serie ohne Westernelemente geben kann. Und Rinder im Weltraum? Total normal, oder was dachten Sie?

Die Charaktere sind exzellent ausgearbeitet, und obwohl es sich um immerhin neun Hauptcharaktere handelt, kommt keiner jemals zu kurz – genial!
Serenity wartet nicht mit Stars auf, und das ist gut so. Hier steht die Handlung im Vordergrund, nicht die Hauptdarsteller. Alan Tudyk (Wash) kennt man vielleicht gerade noch aus Ritter aus Leidenschaft an der Seite von Heath Ledger. Gina Torres (Zoe) spielte die Jasmin in Staffel 4 von Angel. Adam Baldwin (Jayne) ist uns als Hamilton und rechte Hand der Senior-Partner aus Staffel 5 bekannt. Nathan Fillion (Reynolds) kennt der Fan des Buffyverse aus Staffel 7, dort spielte er den diabolischen „Priester“ Caleb. Der Joss-Whedon-Fan an sich wird also durchweg mit „alten Bekannten“ konfrontiert.
Das Zusammenspiel der Crew ist von der ersten Folge an stimmig, was äußerst selten ist für eine Serie. Serenity selbst funktioniert sowohl als ausgekoppelter Science-Fiction-Film aber mehr noch als abgerundetes Serienende. Das Geheimnis um River wird glaubwürdig gelüftet. Und endlich gibt es einen Science-Fiction-Film, bei dem die Effekte einfach nur dazu dienen, die Story zu unterstützen und nicht etwa umgekehrt, wie z.B. bei den Star-Wars-Fortsetzungen, wo jegliche Story im Nirvana eines Special-Effect-Gewitters untergeht. Die Effekte in Serenity sind erste Klasse – aber eben zweitrangig. Die Action kommt dann, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, aber dann kommt sie richtig.
Whedon legt das Hauptaugenmerk auf die Charaktere, deren Beziehung zueinander und vor allem deren Dialoge miteinander. Und diese sind sarkastisch, ironisch, zynisch und gespickt mit hintergründigem Humor. Sofort gewinnt man die Sympathie der Weltraumschmuggler, die sich selbst als Individualisten sehen, denn sie verachten die Allmacht der Allianz, die als manipulierende Faschisten für ein besseres Universum daherkommen. Dabei kämpfen Reynolds und seine Crew weder für bessere Welten noch für Ruhm, sondern ganz egoistisch für sich selbst, für ihr eigenes Überleben, und wenn man dann so ganz nebenbei noch die Menschheit retten kann – na gut, was muss, das muss!
Erfrischend finde ich übrigens die Tatsache, dass es im Firefly-Universum keine Außerirdischen gibt, sondern einfach nur jede Menge menschlicher Siedler, die sich auf „terraformten“ Planeten kreuz und quer durch die Galaxis niedergelassen haben. Firefly hat sich eine kleine, hartnäckige und stetig wachsende Fangemeinde aufgebaut und dieses Schicksal wird wohl auch Serenity ereilen. Denn eigentlich geht das Eine nicht ohne das Andere. Nur von Fans der Serie kann Serenity als das gewürdigt werden, was es ist: Das Finale einer viel zu kurzen aber genialen Sci-Fi-Serie.

Fazit: Serenity ist ein Juwel unter den Science-Fiction-Filmen. Der Sci-Fi-Film für alle abtrünnigen Individualisten unter uns ;-) Wer Han Solo schon immer sehenswerter fand als Skywalker und mal einen Raumschiff-Captain mit Hosenträgern sehen will, der trotzdem sexy ist, sitzt im richtigen Film. :-) 9 von 10 Spielzeug Dinosauriern.

Sandra Plich
30.11.2005

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Sehr gut8%
Absolut hervorragend8%
Bester Film aller Zeiten8%

291 Stimmen
Schnitt: 5.1
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Andreas (08.12.05): Mir ist vor allem eines aufgfallen: Wenn man PC-Gamer ist und im Genuss eines aktuellen Rechners mit dementsprechender Ausstattung, dann findet man rein von den visuellen Effekten her frapierende Parallelen zu ebenso aktuellen (directX 9c)- tauglichen Games! Ist Euch schon aufgefallen, wie in vielen Szenen plötzlich Rauch/Nebelfelder auftauchen oder auch die ganzen Waffen die verwendet werden, bzw. diese ganzen echt sinnlosen Container usw. auf dem Schiff. Also man könnte meinen es handelt sich um einen interaktiven Ego-Shooter. Auch wenn man nicht unter Drogen steht (Beweise fehlen hier) kommt es genau so rüber. Ich vermute fast der Produzent erhielt Unterstützung von NVidia und Microsoft aber das ist nur meine Theorie :) Trotzdem hat mir das trashige (17-jährige legt ganze Mannschaften von schwer bewaffneten Soldaten um) an diesem Film ziemlich gefallen . Nicht schlecht und für mich ganze 9 von 10 Power-Puff-Girls mit Unterschwelligen Botschaften wert.
MRA (04.12.05): Kleiner Zusatz zu Sandras Anmerkungen über die Serie Firefly: Man sollte dazu bemerken, dass sich Fox damals (2002) auch wirklich alle Mühe gegeben hat, die Serie gegen Wand zu fahren. So wurden die Folgen --- trotz dem für Whedon-Serien typischen, auf einander aufbauenden Handlungsbogen --- in quasi willkürlicher Reihenfolge ausgestrahlt. Die für Handlung und Exposition wichtige Pilot-Doppenfolge z.B. bekam die Öffentlichket erst als letzte der ausgestrahlten Folgen zu sehen, als der Exitus der Serie bereits beschlossene Sache war. Kaum überraschend erhielt die Serie enttäuschende Einschaltquoten (im Schnitt 5-7 Prozent Marktanteil; entspricht in Deutschland etwa der Quote von vox, wenn nicht gerade CSI läuft) und wurde folglich eingestellt. Das nun trotzdem ein Kinofilm auf das Quoten-Fiasko folgt, liegt vor allem an dem überragenden finanziellen Erfolg, den die DVD-Verkäufe der Serie erzielt haben. Genug Potential war ohnehin dafür da, hat Whedon in den wenigen Folgen zwar viele Handlungsaspekte andeuten, aber nur wenig ausspielen können. Aussagen des Regiessseurs zu folge hofft man nun, eventuell in weiteren Kinofilmen die Geschichte der Serenity weiterzuspinnen. Dies klingt im Augenblick allerdings noch sehr nach Wunschdenken, scheint der Film bisher zumindest seine Produktionskosten (ca. 40 Millionen Dollar) gerade mal eher schlecht als recht einzuspielen. Es sei denn, es folgt auch hier ein unerwartetes DVD-Wunder ...
Sebastian (01.12.05): Also wenn man die Serie kennt, mag Serenity sehr gut sein, aber da ich die Serie nicht kenne, war der Film für mich nicht mehr als ein kleiner Abschlußteil, welcher aus dem Zusammenhang einer wesentlich größeren/komplexeren Geschichte gerissen wurde. Dem entsprechend fand ich den Film auch nicht ganz so gelungen, weil es für mich nicht mehr als eine große, aufgeblasene Serienfolge war.
Dazu kommt, dass dem Serien-Nichtkenner die einzelnen Charaktere unbekannt sind und der Film es bei so vielen gleichwertigen Figuren logischer Weise nicht schaffen kann, dem Zuschauer alle Charaktere nahe zu bringen. Man empfindet zwar Sympathie für einzelne Figuren, aber wirklich nahe sind sie einem nicht. Die digitalen Effekte sind auch nicht immer wirklich perfekt, was aber nicht so tragisch ist.
Gefallen haben mir die witzigen Dialoge, wobei die besten Sprüche schon vom Trailer her bekannt sind und deshalb im Film nicht mehr richtig wirkten. Trotzdem ist der Film wirklich durchgängig unterhaltsam.
Die Grundidee und Umsetzung ist klasse und hebt sich vom 08/15-Brei ab. Es hätte mir bestimmt auch besser gefallen, wenn ich die Serie/Gesamtstory gekannt hätte und mir die Figuren näher gestanden hätten. Aber so war ich etwas enttäuscht. Als eigenständiger Film gesehen, gibt es von mir leider nur ganz knappe 7 von 10 Androiden-Gespielinnen.

Boernie (01.12.05): Komme gerade aus dem Kino und war echt positiv überrascht. Doch keine special-effekt-überladene Weltraumballerei, die ich befürchtet habe.
Kann mich der Kritik von Sandra nur anschließen.
8 von 10 River

Danilo (01.12.05): Ich war am Dienstag mehr oder weniger bei "Serenity" im Kino und war sehr positiv überrascht. Regisseur Joss Whedon zeigt hier einen wirklich sehr unterhaltsamen Science-Fiction-Film, der sich vor allem durch die wunderbaren witzigen Dialoge von seinen Genre-Kollegen abhebt. Die Story an sich ist zwar nicht unbedingt ein Sahnestück, aber dennoch durchweg spannend. Zumden wird einem nicht die übliche 08/15 Unterhaltung geboten, die man aus vielen ähnlichen Streifen gewohnt ist. Für Science-Fiction Fans ein absolutes Muss, und auch für alle anderen durchaus empfehlenswert.
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