Echte Frauen haben Kurven
Drama/Komödie, USA 2002, 86 Minuten, ab -
Originaltitel: Real Woman Have Curves; Deutschlandstart: 15.04.2004 (Alamode); Regie: Patricia Cardoso; Produktion: Effie Brown, George LaVoo, Marilyn R. Atlas; Drehbuch: Josefina Lopez; Musik: Heitor Pereira; Kamera: Jim Denault; Schnitt: Sloane Klevin

mit America Ferrera (Ana), Lupe Ontiveros (Carmen), Ingrid Oliu (Estela), George Lopez (Mr. Guzman), Brian Sites (Jimmy), Soledad St. Hilaire (Pancha), Lourdes Perez (Rosali), Jorge Cervera Jr. (Raúl), Felipe de Alba (Großvater), José Gerardo Zamora Jr. (Juan José), Edgar Lujan (Juan Martin), Lina Acosta (Norma), Celina Belizan (Glitz Rezeptionist), Ramona Garcia Coronado (Singende Frau), Marlene Forte (Mrs. Glass)

Filmplakat
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Trailer (Polyfilm )
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Plot: Echte Frauen haben Kurven erzählt die Geschichte Anas (America Ferrera), einer jungen Latina aus der ersten Generation mexikanischer Einwanderer, die mit ihrer Familie in einer latino-dominierten Kommune in Ost-L.A. lebt und auf der Schwelle zum Erwachsenwerden steht.
Gerade hat sie erfolgreich ihren Schulabschluss geschafft, da steht ihr schon ein volles Stipendium der Columbia-Universtität ins Haus. Doch ihre traditionell-konventionellen Eltern stellen sich dieser aussichtsreichen Zukunft entgegen, da sie der Meinung sind, dass es jetzt an der Zeit für Ana ist, ihre Familie mitzuversorgen, anstatt aufs College zu gehen.
Gerade ihre Mutter Carmen (Lupe Ontiveros) drängt sie mit aller Macht dazu, in der Näherei zu arbeiten, in der auch sie selbst tätig ist. Zu diesem Erwartungsdruck kommt noch hinzu, dass ihre Mutter sie mit Minderwertigkeitskomplexen belastet, da Ana mit ihrem Übergewicht nicht dem Idealbild eines Mädchens entspricht, dass sie laut der Meinung ihrer Mutter zum Bestehen in der „Welt draußen“ benötigt.
Hin und her gerissen zwischen ihren eigenen Wünschen und den Erwartungen ihrer Familie entschließt sich Ana, fürs erste nachzugeben und mit den anderen Frauen in der Näherei zu arbeiten. Über den Sommer lernt sie dort das Team der hart arbeitenden Frauen zu schätzen, die ihr Solidarität und Teamwork beibringen. Allerdings wird ihr nach und nach auch immer mehr bewusst, dass sie mit dieser Arbeit immer auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Rangordnung und auch Finanzlage bleiben wird. Als sie sich dann auch noch in einen weißen Jungen verliebt, diesen aber vor ihrer Familie verstecken muss, wird ihr klar, dass das Erwachsenwerden auch beinhaltet, Selbstbewusstsein zu entwickeln und eigene Entscheidungen zu treffen. Und gerade die wichtigen fallen meist besonders schwer...

Kritik: Man könnte den Film beinahe als ernstes Pendant zu Mambo Italiano betrachten:
Während Luke Kirby den Fängen seiner italienisch-patriarchischen Familie mit viel Selbstironie und bissig-schwarzen Humor zu entkommen versuchte, wirkt dieser Film schon eher wie aus dem Leben gegriffen.
Auch wenn es ihm stellenweise etwas an Tempo fehlt, wird doch der Generationskonflikt sehr schön deutlich. Basis ist die Beziehung zwischen Ana und ihrer Mutter Carmen (großartig: America Ferrera und Lupe Ontiveros): Während die als Einwanderin stets nur das harte Arbeiterleben kenngelernt und es somit nie selbst zu etwas gebracht hat, stehen Ana im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" bereits einige Türen offen.
Aber in ihrer Verbitterung über das eigene unerfüllte Leben will Carmen ihre Tochter nicht gehen lassen und fesselt sie unter psychischem Druck weiter an sich und die Familie.
Im weiteren Verlauf gelingt es Regisseurin Patricia Cardoso besonders gut zu zeigen, wie bei Ana der erste Zweifel an ihrer Handlungsweise und der Gesamtsituaton aufkommt und sie mit aufkommenden Selbstbewusstsein anfängt, aus den vorherrschenden Strukturen auszubrechen.
Markant und witzig ist hierbei die Szene, als Ana und ihre Kolleginnen in der heißen Nähfabrik vor den Augen ihrer protestierenden Mutter beginnen, sich luftig bis auf die Unterwäsche auszuziehen und dabei als Parodie auf körperliche Idealvorstellungen ihre eben nicht so schönen Körper zu vergleichen.
Ebenfalls gut gelungen ist auch das Ende, in dem sich nicht einfach alles zum guten hin auflöst, das aber einem Aufatmen gleichkommt, wenn auch mit einem bitteren Beigeschmack. Aber gerade dadurch wirkt es um so realistischer.

Fazit: Ein schöner Film aus der uns fernen nicht so schönen Welt der Randgruppe von mexikanischen Einwanderern, der von der Leistung seiner Charakterdarsteller getragen wird. Auch für Freunde kleiner Filme zwar kein unbedingtes Muss, aber sicher auch kein Fehler. Am Ende 7 von 10 Schritten ins eigene Leben.

Nikolas Mimkes
26.07.2004

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