Psycho

Thriller, USA 1998, 109 Minuten, ab 12
Originaltitel: Psycho; Regie: Gus Van Sant; Produzenten: Brian Gazer, Gus Van Sant; Drehbuch: Joseph Stefano; Musik: Bernard Herrmann; Kamera: Chris Doyle; Ausstattung: Tom Foden; Schnitt: Amy Duddleston; Kostüme: Beatrix Aruna Pasztor
mit Vince Vaughn (Norman Bates), Anne Heche (Marion Crane), Julianne Moore (Lila Crane), Viggo Mortensen (Sam Loomis), William H. Macy (Milton Arbogast), Robert Forster (Dr. Simon)
Internet Movie Database (us)
Offizielle Homepage (UIP de)


Plot: Der Plot ist bekannt. Die Sekretärin Marion Crane (Anne Heche) nutzt die Gunst der Stunde und setzt sich mit 400.000 Dollar ab, die sie für ihren Chef zur Bank bringen sollte. Sie will zu ihrem Freund Sam, der ein heruntergekommenes Geschäft in Fairvale besitzt. Das Geld soll ihnen endlich die Heirat und ein gutes Leben ermöglichen.
Auf ihrer Autofahrt von Phoenix nach Fairvale überrascht sie ein Unwetter, sie verliert die Orientierung und muß in einem abseits gelegenen Motel, dem Bates Motel, übernachten. Die Herberge wird von einem leicht gestört wirkendem Norman Bates (Vince Vaughn) und seiner Mutter betrieben. Marion meldet sich unter falschem Namen an und will nach einer Dusche sofort ins Bett... Der Rest ist Geschichte.

Kritik!? Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix! Frei nach diesem Motto inszenierte Regisseur Gus Van Sant (Good Will Hunting) seine Verbeugung vor dem Thriller-Altmeister Hitchcock.
Geändert wurde gegenüber dem Original fast nichts. Die Werbekampagne vor dem Film, versucht uns zwar zu erklären, daß wir den Filmnamen nicht mehr wie Psücho, sondern wie Pßeiko aussprechen sollen. Und da der Film 1998 spielt, werden aus 40.000 gestohlenen Dollars 400.000.

Ansonsten kopiert Van Sant den Erfinder des Suspense bis in die Details. Die Einstellungen der wichtigsten Szenen (Duschszene, der Mord an Arbogast, die Fahrt im Auto) gleichen sich fast wie ein Ei dem anderen. Auch bei der Besetzung der Schauspieler kopiert Van Sant das alte Konzept: Marion wird mit Anne Heche möglichst prominent besetzt, um den Mord beim Publikum zu intensivieren. Heche hat sogar einen ähnlichen Typ wie Janet Leigh. Das Spiel von Vince Vaughn kommt dem von Anthony Perkins im Original ebenfalls sehr nahe.
Wenn Van Sant konsequent gewesen wäre, hätte er noch einen Cameo-Auftritt von Hitchcock digital hereinkopiert. Unverständlich bleibt, warum Van Sant - offensichtlich ein großer Fan - das tat, was er tat. Psycho ist sicher einer der wichtigsten Thriller der Filmgeschichte, der Duschmord ist eine der meist-zitierten Szenen, aber warum wird dieser bedeutende Film, dessen Handlung in Farbe seltsam antiquiert, stellenweise lahm, wirkt, exakt kopiert? Ein Rätsel!

Fazit: Psycho in Farbe? Zwar schön anzusehen, aber vermutlich das überflüssigste Remake des Jahres. 4 von 10 MacGuffins.

Olaf Scheel
09.01.99

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16 Stimmen
Schnitt: 5.4
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