Cowboys & Aliens
SF / Western, USA 2011, 119 Minuten, ab 12
Originaltitel: Cowboys and Aliens; Deutschlandstart: 25.08.2011 (Paramount); Regie: Jon Favreau; Produktion: Bobby Cohen, Ron Howard u.a.; Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman u.a. nach der Graphic Novel vovn Scott Mitchell Rosenberg; Musik: Harry Gregson-Williams; Kamera: Matthew Libatique; Schnitt: Dan Lebental, Jim May

mit Daniel Craig (Jake Lonergan), Harrison Ford (Woodrow Dolarhyde), Abigail Spencer (Alice), Buck Taylor (Wes Claiborne), Olivia Wilde (Ella Swenson), Sam Rockwell (Doc), Matthew Taylor (Luke Claiborne), Cooper Taylor (Mose Claiborne), Clancy Brown (Meacham), Paul Dano (Percy Dolarhyde), Chris Browning (Jed Parker), Adam Beach (Nat Colorado), Ana de la Reguera (Maria), Noah Ringer (Emmett Taggart) u.a.

Filmplakat
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Trailer ()
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Jake kann das Metallband nicht von seinem Arm lösen.
Die geheimnisvolle Elly weiß viel über Jake. Jake kann ein Fluggerät mit Hilfe seiner Waffe abschießen. ... leider gibt es noch mehr von den Dingern.

Wer ist sie? - Sie ist die einzige, die weiß, wer ich bin. - Nein, Sie wissen, wer Sie sind. Sie müssen sich nur erinnern. - Das kann ich nicht. - Doch, können Sie! - Die geheimnisvolle Ella fragt Jake nach seinem Foto.

Plot: Ein Mann (Daniel Craig) wacht mitten in der Wüste Arizonas des Jahres 1873 auf; ohne Gedächtnis, ohne Orientierung. Er hat ein seltsames Metallband am Arm, das sich nicht lösen lässt. Kurze Zeit später wird er von einigen Kopfgeldjägern aufgestöbert, die das große Geld wittern. Doch der Namenlose ist wehrhaft...
Mit neuem Pferd und Ausrüstung reitet der Mann, den wir später als Jake Lonergan kennen werden, in das kleine Westernstädtchen Absolution. Dort stellt sich heraus, dass einige der Bewohner mehr über Jake wissen als er selbst, denn er hat nicht nur die letzten Ergeignisse sondern auch seine Vergangenheit vergessen. Er wird festgenommen, doch bevor ihm Schlimmeres passieren kann, wird die Stadt von geheimnisvollen Flugmonstern angegriffen, die nur mithilfe von Jakes Metallarmband in die Flucht geschlagen werden können. Es entpuppt sich nämlich als hochtechnisierte Energiewaffe.
Den Angreifern gelingt es aber, zahlreiche Menschen der Umgebung zu entführen und so bleibt allen Beteiligten nichts anderes übrig, als für ihre Rettung zusammen zu arbeiten.

Kritik: Der Legende nach wurden die Filmrechte am Comicroman Cowboys & Aliens von Scott Mitchell Rosenberg bereits verkauft, bevor er überhaupt fertig gestellt worden ist. Doch wie es manchmal so ist, dauerte es bis zur Vollendung des Films dann doch über 14 Jahre. Bemerkenswert an der Adaption ist die fast überwältigende Anzahl von acht benannten Autoren, die die eigentlich simple Story umgeschrieben haben. - Die Story, in der ich noch dazu sehr starke Ähnlichkeiten mit der von Aliens (1986) sehe.
Ziel des Filmes war, die Coolness eines Western mit der faszinierenden Technik eines Science Fiction zu paaren. Ich habe beim Trailer sogar zunächst an ein Steam Punk-Szenario gedacht, bin da aber doch einem Irrtum aufgesessen.
Der Film hat auf jeden Fall zunächst einmal alle Zutaten, die ein Western dem Klischee nach verlangt: einen einsamen Rächer, eine geheimnisvolle Schönheit, den brutalen Großgrundbesitzer, Outlaws, Indianer und noch zahlreiche Handlungsorte und Nebenfiguren, die ich hier nicht aufzählen möchte.

Auch wenige Zutaten eines Science Fiction-Films sind dabei: ein auf der Erde gelandetes Raumschiff, eine Energiewaffe und Aliens. - Doch das fand ich dann etwas wenig. Vor allem auch, weil ich die Verbindung der SF und der Western-Elemente nicht gelungen fand. Im Steam Punk Schlager Wild Wild West war das besser gelungen.
Das Drehbuch wartet aber zumindest auch mit einer neuen Idee (neben der Verbindung der Genres) auf, denn all die oben genannten Figuren sind am Ende dazu gezwungen, gegen den gemeinsamen Feind zusammen zu arbeiten. Ein schöner Einfall.
Darüber hinaus stimmt auch der Spannungsbogen und die Action des Films. Hier macht sich die Erfahrung
Jon Favreaus bezahlt, die er bei der Inszenierung der beiden Iron Man-Filme gesammelt hat. Obendrein hat er auch einige Teammitglieder von damals zum Set mitgebracht.
Die Schauspielleistungen rücken bei Filmen, die vor allem durch laute Schauwerte bestechen, üblicherweise in den Hintergrund. So ist das auch in Cowboys & Aliens. Daniel Craig spielt den Jake Lonergan solide, betont aber die westerntypische Coolness seiner Figur etwas zu stark. Harrison Ford wirkte auf mich in seiner Rolle als aggressiver Großgrundbesitzer nicht besonders glaubhaft. Die Sympathie des echten Menschen und seine altersbedingt zurückgehende Physis stehen der Figur entgegen.
Positiv hervorzuheben ist die Anlage der Figur der Ella von Olivia Wilde (bekannt geworden als 13 in Dr. House und zuletzt in Tron: Legacy zu sehen). Als geheimnisvolle Schönheit, die dem Helden wie ein Schatten folgt, ist sie nett anzuschauen. Leider dreht sich dieser Eindruck im Verlauf der Handlung und ihr bleibt am Ende nur das Dasein als schmückendes Beiwerk mit einem nicht gelungenen Abgang.
Am meisten gestört hat mich an Cowboys & Aliens aber seine fehlende
Selbstirionie. Wenn man so stark auf Genre-Klischees setzt, muss man diese meiner Meinung nach mit Humor überhöhen, übertreiben. Sonst läuft man Gefahr, dass der Film unfreiwillig komisch wirkt. Und dies ist hier passiert. Schade!
Hinzu kommt noch das missglückte Ende des Filmes, zu dem ich hier nicht mehr schreiben möchte, als dass es aus heile Welt-Kitsch und einem weiteren Western-Standard besteht.

Fazit: Cowboys & Aliens ist ein weniger interessanter Genre-Mix, als es der Trailer vermuten lässt. Angefüllt mit Klischees und Versatzstücken, bleibt am Ende hauptsächlich die solide inszenierte Action, die den positiven Gesamteindruck rettet. 6 von 10 Wiederauferstehungen.

Olaf Scheel
12.09.2011

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355 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Sebastian (14.09.11): Cowboya & Aliens gehört schon jetzt für mich zu den schlechtesten Filmen des Jahres!
Man kann es ungefähr so zusammenfassen, wie der Film auf mich wirkte: Zwei/Drei gute Schauspieler tun sich mit dem Ensemble der Karl May-Festspiele aus Bad Segeberg zusammen um laienhaft in einem Steinbruch gedreht gegen "die Kreatur aus der schwarzen Lagune" zu kämpfen. Das alles tricktechnisch so schlecht wie aus letztgenanntem Film aus den 50ern! Alles ist noch grottenlangweilig und, wie Olaf schon schrieb, ohne jeglichen Hauch von Selbstironie inszeniert. Selbstironie und coole Sprüche hätten den Film mit Sicherheit noch rausgerissen. Das können alle beteiligten besser! Man spare sich also lieber jegliches Geld, als es für dieses Machwerk auszugeben. 3 von 10 entführten Menschen

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