Das Kabinett des Doktor Parnassus
Fantasy, Großbritannien / Kanada / Frankreich 2009, 122 Minuten, ab 12
Originaltitel: The Imaginarium of Doctor Parnassus; Deutschlandstart: 07.01.2010 (Concorde Film); Regie: Terry Gilliam; Produktion: Amy Gilliam, Terry Gilliam u.a.; Drehbuch: Terry Gilliam, Charles McKeown; Musik: Jeff Danna, Mychael Danna; Kamera: Nicola Pecorini; Schnitt: Mick Audsley

mit Johnny Depp (Imaginarium Tony #1), Heath Ledger (Tony), Jude Law (Imaginarium Tony #2), Colin Farrell (Imaginarium Tony #3), Christopher Plummer (Doctor Parnassus), Lily Cole (Valentina), Tom Waits (Mr. Nick), Andrew Garfield (Anton), Peter Stormare (Der Präsident), Verne Troyer (Percy), Richard Riddell (Martin), Paloma Faith (Sally), Daniel Newman (Gavin) u.a.

Filmplakat
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Offizielle Website (Concorde Film )
Trailer ()
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Doktor Parnassus und seine Gefährten im Wandertheater.
Doktor Parnassus bewahrt ein dunkles Geheimnis. Zu ihrem 16. Geburtstag ist Valentina Mr. Nick versprochen. Valentina hilft Tony, sein Gedächtnis wiederzufinden.

Er ist gekommen, um zu kassieren. - Das dachte ich mir. Er ist früh dran. - Was kann ich tun? - Nichts. - Irgendwas muss es doch geben. - Mr. Nick ist gekommen, um den Handel abzuschließen.

Plot: Doktor Parnassus (Christopher Plummer) ist mit seiner Tochter Valentina (Lily Cole), dem jungen Anton (Andrew Garfield) und dem kleinwüchsigen Percy (Verne Troyer) mit seinem Jahrmarkts-Theaterbühnen-Wagen unterwegs, um Leute in die Phantasiewelt seines Kabinetts zu entführen. Was keiner weiß, ist, dass Parnassus früher mal ein Mönch war und über tausend Jahre alt ist. Dass er so alt ist, verdankt er einem Handel mit dem Teufel in Gestalt des Mr. Nick (Tom Waits). Dieser liebt es, mit Parnassus Wetten abzuschließen und ihn in Versuchung zu führen. So hat Parnassus im Gegenzug für die zurückgewonnene Jugend und die Möglichkeit, dadurch die Frau seines Herzens erobern zu können, dem Teufel sein erstes Kind versprochen, wenn dieses 16 Jahre alt wird. Der Zeitpunkt von Valentinas 16. Geburtstag rückt immer näher und Parnassus bereut den Handel. Doch Mr. Nick kann einer erneuten Wette mit Parnassus nicht widerstehen und bietet ihm an, ihm seine Tochter zu lassen, wenn er schneller fünf Seelen für sich und seine Weltanschauung begeistern kann, als der Teufel fünf Seelen auf seine Seite ziehen kann. Unterstützung beim Einfangen der Menschen/Seelen erhält Parnassus von Tony (Heath Ledger), einem redegewandten Mann, den die Jahrmarktleute an einer Brücke aufgeknüpft gefunden und gerettet haben, der sich aber an nichts erinnern kann...

Kritik: Terry Gilliam (Time Bandits, 12 Monkeys) hat wieder zugeschlagen. Das wäre alleine betrachtet noch nichts Weltbewegendes, obgleich der exzentrische Filmemacher für seine verschrobenen Filmprojekte bekannt ist. Dieses Mal kommt aber hinzu, dass sein Hauptdarsteller Heath Ledger ist, der während der Dreharbeiten verstarb und Kultstatus besitzt.
Gilliam hätte das halbfertige Filmprojekt beinahe sterben lassen müssen. Doch da kam ihm der rettende Einfall, durch einen gewitzte Abänderung in der Handlung, so zu drehen, dass er mit Hilfe von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell, welche in der Phantasiewelt der Zauberspiegels die Rolle von Ledger übernehmen, den Film doch noch zu Ende drehen und ins Kino bringen konnte.

Leider erfüllt der Film meine Erwartungen nicht. Vielleicht waren diese zu hoch, wegen dem ganzen Hype, der um das Projekt gemacht wurde. Vielleicht liegt es daran, dass Gilliams Filme sowieso immer etwas verschroben und dadurch sehr Geschmackssache sind. Oder vielleicht einfach daran, dass der Film tatsächlich nicht wirklich gelungen ist.
Tatsache ist, dass ich nach dem Film irgendwie unbefriedigt das Kino verlassen habe. Die Story ist oberflächlich und die Charaktere eher uninteressant. Gerade Ledger hat mich nun wirklich nicht vom Hocker gehauen mit seiner Rolle des Tony. Da haben mich Tom Waits als Mr. Nick und Andrew Garfield als Anton schon mehr überzeugt. Und natürlich Colin Farrell, der sehr gut in die Rolle des schmierigen Gauners passt.
Letztlich habe ich mich auch gefragt, was eigentlich die Intention des Films ist. Soll er ein fantastisches Märchen sein oder eine sozialkritische Parabel oder einfach nur eine abgedrehte Erzählung? Irgendwie ist er alles ein wenig, aber nichts richtig.
So ist der Film in meinen Augen nicht wirklich überzeugend, obwohl er handwerklich eigentlich sehr gut gemacht ist. Da stört dann auch nicht, dass man die Bluescreen-Effekte zum Teil deutlich erkennt. Die Ausstattung ist topp, die Grundidee sowieso und die Umsetzung ist ja auch nicht wirklich schlecht. Auf jeden Fall ist Das Kabinett des Doktor Parnassus wesentlich besser geworden, als zum Beispiel Gilliams total verhunztes Werk Brothers Grimm, bei dem ebenfalls Heath Ledger mitspielte.
Von daher kann ich den Film dem geschätzten Programmkino-Publikum schon irgendwie ans Herz legen, wenn man Terry Gilliams Art, Filme zu machen und Heath Ledger als Schauspieler mag. Für das breite Massenpublikum taugt der Film aber gewiss nicht.

Fazit: Terry Gilliams neustes Werk ist ein eher unbefriedigender und uninteressanter Film geworden. Für ein fantastisches Märchen zu real und moralin-sauer und für eine tief schürfende Parabel wiederum zu abgedreht und oberflächlich. 6 von 10 gewonnenen Seelen.

Sebastian Schwarz
17.01.2010

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