Die Gräfin
Drama, Frankreich / Deutschland 2009, 94 Minuten, ab 12, Prädikat: Besonders wertvoll
Originaltitel: The Countess; Deutschlandstart: 25.06.2009 (X-Verleih); Regie: Julie Delpy; Produktion: Matthew E. Chausse, Julie Delpy u.a.; Drehbuch: Julie Delpy; Musik: Julie Delpy; Kamera: Martin Ruhe; Schnitt: Andrew Bird

mit Julie Delpy (Erzebet Bathory), William Hurt (Gyorgy Thurzo), Daniel Brühl (Istvan Thurzo), Anamaria Marinca (Anna Darvulia), Andy Gatjen (Miklos), Adriana Altaras (Klara), Jack O. Berglund (Ferenc Nadsky), Lukas T. Berglund (Paul Báthory), Sebastian Blomberg (Dominic Vizakna), Sabine Firit (Dienstmädchen), Jeanette Hain (Anna Bathory) u.a.

Filmplakat
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Erzebet und Istvan begegnen sich das erste Mal.
Gyorgy Thurzo hetzt seinen Sohn Istvan gegen Erzebet auf. Erzebet mit ihrem ersten Opfer. Dominic Vizakna entdeckt Erzebets Geheimnis.

Ich bin Gräfin Bathory. - Gräfin Erzebet Bathory? - Ja. Was hörtet Ihr denn über mich? - Dass Ihr von jedem geachtet und gefürchtet werdet. ... Vergebt mir! - Gut, dann fürchtet man mich eben. Erwecke ich Furcht in Euch, Graf Thurzo? - Ganz und gar nicht. Es ist mir eine Ehre, Gräfin. - Mir auch. - Die erste Begegnung von Erzebet und Istvan.

Plot: Im 17. Jahrhundert ist die Gräfin Erzebet Bathory (Julie Delpy) eine der angesehensten Frauen Ungarns. Ihr Mann, dem sie bereits als Kind versprochen wurde, verteidigte als großer Krieger das Land gegen die Türken. Mit seinem Tod wurde die 38-jährige Erzebet das Oberhaupt des Adelsgeschlechts. Trotz diverser Affären mit Männern und Frauen, wirft Erzebet ein Auge auf den 21-jährigen Istvan Thurzo (Daniel Brühl), dessen Vater Gyorgy (William Hurt) sie zuvor eine Abfuhr erteilte. Die stolze Gräfin verliebt sich in Istvan und ihre Liebe wird ebenso heftig erwidert. Doch der eifersüchtige Vater plant im Hintergrund seine perfiden Rachepläne, um doch noch an das Geld der Gräfin zu gelangen. Es gelingt ihm, Istvan von Erzebet fernzuhalten, was diese in extreme Depressionen und später in den Wahnsinn treibt. Angetrieben von dem Gedanken, der junge Istvan hätte sie nur deshalb verlassen, weil sie alt und unansehnlich ist, badet sie fortan ihre Haut im Blut der ansässigen Jungfrauen. Im Wahn gaukelt ihr der Verstand vor, sie würde dadurch jünger und hübscher aussehen. So geht Erzebet in die Geschichte ein … als die Blutgräfin Ungarns!

Kritik: Multitalent Julie Delpy schrieb das Drehbuch zu Die Gräfin, führte Regie und spielte auch noch selbst die Hauptrolle. Heraus kam ein düsterer, depressiver Kostümfilm, basierend auf wahren Begebenheiten.
Der Wahnsinn der Gräfin treibt viele, viele unschuldige Mädchen in den Tod, aber dennoch kann man sie verstehen. Liebe treibt oft seltsame Knospen und Erzebet von Ungarn war sicherlich nicht die erste und wird auch nicht die letzte Frau sein, die durch Liebe wahnsinnig wurde. Die Bathory, vielleicht der erste Fall einer Frau als Serienkillerin.
Der Film zeichnet das Bild einer Frau, die es gewohnt war, Kontrolle auszuüben; die Liebe entzieht sich jedoch dieser Kontrolle. Am Ende stößt sie alle von sich, die sie lieben, und wir können sie nicht dafür hassen, wir empfingen Mitleid. Selbst als sie für eine verbesserte Folter und um möglichst wenig Blut zu verschwenden, die Eiserne Jungfrau erfindet, um die Opfer konsequenter töten zu können, kann man die Gräfin nicht wirklich hassen.

Die Mädchen werden im Wald verscharrt und zumeist von Wölfen gerissen. Angeblich soll der Fall der Gräfin Bathory Bram Stoker zu seinem Roman Dracula verholfen haben.
Am Ende lässt der Film offen, ob die Taten tatsächlich in diesem Ausmaße – es soll sich um hunderte toter Mädchen gehandelt haben – oder ob Gyorgy Thurzo die Aufzeichnungen gefälscht hat, um die Gräfin für immer aus dem Weg zu räumen. Bis zum Schluss leugnete Erzebet die Tagebücher geschrieben zu haben, die vor Gericht gegen sie verwendet wurden. Ebenso ist sie bis zu ihrem Tode überzeugt davon, das Richtige getan zu haben, das Gott ihr den Weg gewiesen hat und bis zum Ende liebt sie Istvan. Schlussendlich eingemauert in ihrem eigenen Schlafgemach sagt sie: „Die Liebe war der Dolch in meinem Rücken!“
Der Film wird von Anfang an bestimmt von einer düsteren Grundstimmung. Erzebet wird schon als junges Mädchen abgehärtet, nur die Starken überleben, keine Emotionen zeigen, Emotionen bedeuten Schwäche, die sich eine große Frau in führender Position nicht leisten kann. Erst durch Istvan kommt diese sogenannte Schwäche zu tagen, die jeder Frau innewohnt. Bei ihm beginnt sie, Emotionen zu zeigen, sie liebt und sie wird darüber wahnsinnig. Diesen Ablauf zeigt der Film am Anfang sehr rasch, aber für den sich steigernden Wahnsinn lässt er sich entsprechend Zeit.
Dies ist kein Film für einen schönen, entspannten Kinoabend. Er besteht hauptsächlich aus Dialogen und aneinandergereihten Intrigen, das gefällt sicherlich nicht der breiten Masse. Dennoch ist Die Gräfin ein sehenswerter Film. Ich bin nicht bewandert in der Geschichte der Blutgräfin, tatsächlich hatte ich bis zu dem Film noch nie von ihr gehört. Für mich zählt die Geschichte des Films, und die ist gut erzählt und exzellent besetzt, obwohl man Daniel Brühl, so jung er mit seinen 32 Jahren aussehen mag, nicht gerade einen 21-jährigen Jungen abnimmt. Aber sei es drum, dafür verkörpert er die reine Unschuld wirklich überzeugend. Alles in allem ein guter Film, nach dem man als Frau denkt: Gott sei dank, habe ich damals nicht gelebt! ;-)

Fazit: Düsterer, blutiger Kostümfilm mit sehr guter Besetzung und hervorragender Ausstattung!
Für Liebhaber des Genres gebe ich 9 von 10 Schnitte in die Arme jungfräulicher Mägde … und alle anderen gucken sich den Film sowieso nicht an! ;-)

Sandra Plich
12.07.2009

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