| Originaltitel: Che - El Argentino; Deutschlandstart: 11.06.2009 (Central); Regie: Steven Soderbergh; Produktion: Belén Atienza, Álvaro Augustín u.a.; Drehbuch: Peter Buchman nach den Memoiren Ernesto 'Che' Guevara; Musik: Alberto Iglesias; Kamera: Steven Soderbergh; Schnitt: Pablo Zumárraga mit Julia Ormond (Lisa Howard), Benicio Del Toro (Ernesto Che Guevara), Oscar Isaac (Übersetzer), Rodrigo Santoro (Raúl Castro), María Isabel Díaz (María Antonia), Demián Bichir (Fidel Castro), Ramon Fernandez (Héctor), Yul Vazquez (Alejandro Ramírez), Jose Caro (Esteban), Pedro Adorno (Epifanío Díaz), Jsu Garcia (Jorge Sotús) u.a. |
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| Wir müssen hier an dieser Stelle über eine bekannte Wahrheit reden, die wir immer und vor aller Welt zugegeben haben: Exekutionen? Ja, wir haben exekutiert. ... Es gibt sie. Und es wird sie auch weiterhin geben, solange es notwendig ist. Weil unser Kampf ein Kampf auf Leben und Tod ist. - Ches Rede vor der UNO. Plot: Am 25. November 1956 landen Fidel Castro, Ernesto „Che“ Guevara und 81 Mitstreiter der kubanischen Bewegung des 26. Juli „M-26-07“ auf Kuba, um die Truppen des kubanischen Diktators Fulgencia Batista zu bekämpfen. In den folgenden drei Jahren entwickelt sich ein Guerilla-Krieg in der Sierra Maestra, innerhalb dessen Che zum Kommandanten der Revolution aufsteigt und die Rebellen nicht zuletzt aufgrund seiner Mitwirkung immer mehr die Oberhand gewinnen. Kurz vor der entscheidenden Schlacht um die Stadt Santa Clara zur Jahreswende 1958/58 flieht Batista in die Dominikanische Republik, woraufhin Fidel Castro siegreich in Havanna einzieht und die Revolution erfolgreich vollendet. Kritik:
„Sein Gesicht kennt jeder, seine
Geschichte fast niemand.“, so lautet die Tagline des Plakates
von Steven Soderberghs Che Guevara-Verfilmung. Und diese Ankündigung
ist auch Programm, denn wer nun eine Geschichtsstunde zur kubanischer
Revolution erwartet, der ist ganz eindeutig im falschen Film: Soderbergh
zeigt die Revolution beinahe nur nebenbei, ihn interessiert nicht die
Schlacht, sondern der Guerilla-Kämpfer, der durch sie zu einem
internationalen Symbol der Revolution wurde. Von Schießereien
im Busch abgesehen fehlen somit auch fast sämtliche Kampfhandlungen
bzw. Höhepunkte der Revolution, mit Ausnahme der entscheidenden
Schlacht um Santa Clara im Finale.
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Wem
die Hintergründe der kubanischen Revolution nicht mehr so ganz
präsent sind, dem sei eine kurze Auffrischung der Eckdaten empfohlen.
Das hilft sicherlich, den Film besser nachvollziehen zu können,
da die entscheidenden Daten eingeblendet werden. Davon abgesehen wird
die lineare Handlung der Revolution auf Kuba immer wieder gebrochen
durch Szenen von Ches Auftritt 1964 bei der UN in New York, stilvoll
in dokumentarisch-grobkörnigem schwarz-weiß gehalten, bei
der Che sich zur Anwendung von Gewalt als politisches Mittel bekannte
und forderte, das kubanische Modell auch auf andere Länder zu übertragen.
Fazit: Beeindruckender Film, der die Geschichte einer der bekanntesten Ikonen der Popkultur erzählt, von der heute für viele nur noch das Gesicht auf T-Shirts und Kaffeetassen übrig geblieben ist. Hintergrundwissen zum Leben Guevaras und der kubanischen Revolution sind ratsam, da es sich hier um ein Portrait und keine Geschichtsstunde handelt. Mit freudiger Erwartung auf Teil 2 gibt es 8 von 10 Dingen, die einen echten Revolutionär ausmachen. |
| Nikolas
Mimkes 16.06.2009 |
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| Leser-Kommentare: |
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| Bluti (18.06.09): Also ich bin von dem Film enttäuscht. In meinen Augen hat man hier vorsätzlich eine riesen Chance ausgeschlagen. Gerade Guevara ist ja nun eine Figur, die bis heute populäre ist - auch wenn viele gar nicht wissen, warum. Wenn man dem ganzen schon zwei abendfüllende Spielfime widmet, dann doch wenigstens so, dass auch das Interesse der Geschichtsunkundigen geweckt wird. Meine Güte, was hätte das für ganze Schulklassen für ein Geschichtsinteresse weckender Film werden können - und dennoch für das erwachsende Publikum nicht weniger spannend oder interessant. Jüngere Leute wird man mit DEM Film nicht erreichen oder dafür sorgen, dass man sich mit der Thematik auseinandersetzt. Nein, Hauptsache die Kritiker freuen sich über einen neuen Arthausfilm. Das ist arrogant, denn ich habe mich wirklich die ganze Zeit gefragt, für wen dieser Film gemacht wurde. Wenn man gänzlich ohne Vorwissen in den Film geht, lässt einen dieser schon nach wenigen Minuten mit großen Fragezeichen zurück und holt einen auch nicht mehr ab. Für die kann der Film also nicht sein. Wie sieht es denn mit denen aus, die über ausreichendes Vorwissen vefügen? Joah, die können dem Geschehen folgen, für sie ergeben sich aber wiederum keine neuen Aspekte...also für wen? Zudem hat mich dieses episoden-, nein, szenenartige Aneinanderreihen von Situationen irgendwann nur noch frustriert und genervt. Es wäre doch noch kein Problem gewesen, wenigstens ein ganz kleines bißchen roten Faden in den Film zu weben, aber auch hier Fehlanzeige. Del Toro spielt jedoch wirklich mit beachtlicher Hingabe und sieht dem echten Ché beinahe erschreckend ähnlich...Dennoch kann ich hier guten Gewissens nur 3 von 10 historischen Figuren geben, die heute noch interessant sind... |
| Dominik (18.06.09): Benicio del Toro könnte ich stundenlang zusehen, quasi egal in welcher Rolle, und auf sperrige Arthouse-Produktionen stehe ich ohnehin. Rein handwerklich hat mich der Film weniger an tarantino als an die Nouvelle Vague-Filme erinnert. Auch wenn der Vergleich hinkt, ziehe Walter Salles poetische Verfilmung der frühen Tagebücher Chés, "Die Reisen des jungen Ché", vor, da er eher und auch plastischer eine Ahnung der Motivation des Revolutionärs vermittelt. Abseits der makellosen Inszenierung bleibt bei Soderbergh doch eine gewisse Leere. Trotzdem gebe auch ich 8 von 10 Fragezeichen, wer Che nun wirklich war. Vielleicht verrät Teil 2 mehr..? |