Garden State
Drama/Komödie, USA 2004, 102 Minuten, ab 12
Originaltitel: Garden State; Deutschlandstart: 26.05.2005 (Buena Vista International); Regie: Zach Braff; Produktion: Pamela Abdy, Gary Gilbert u.a.; Drehbuch: Zach Braff; Musik: Chad Fisher, Nick Drake u.a.; Kamera: Lawrence Sher; Schnitt: Myron I. Kerstein

mit Zach Braff (Andrew Largeman), Sir Ian Holm (Gideon Largeman), Rob Liebman (Dr. Cohen), Method Man (Diego), Natalie Portman (Samantha), Peter Sarsgaard (Mark), Alex Burns (Dave), Jackie Hoffman (Aunt Sylvia Largeman), Michael Weston (Kenny), Armando Riesco (Jesse), Amy Ferguson (Dana), Trisha LaFache (Kelly) u.a.

Filmplakat
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Andrew bringt seine neue Bekanntschaft Sam nach Hause. Andrew erklärt Sam, dass seine Familie verrückter ist als ihre. Mark lässt es sich bei einer Party unter Freunden gut gehen. Andrew - farblich zur Einrichtung passend.

Hey, ich kenn dich. - Warst du auch auf der Columbia High? - Nein, nicht aus der Schule. Aus'm Fernsehen. Cool. Du warst mal ein geistig behinderter Quarterback. - Ja. - Bist du geistig behindert? - Nein. Bin ich nicht. - Cool. Genial gespielt. Ich hab echt gedacht, du wärst geistig behindert. Du warst genau so gut wie dieser Corky, und der ist behindert. Wenn's 'n Oscar gäbe für geistig Behinderte, du würdest gewinnen. Haushoch. Voll locker. Garantiert! - Andrew lernt Samantha kennen.

Plot: Andrew Largeman (Zach Braff), ein junger Mitzwanziger, lebt als mäßig erfolgreicher Schauspieler in Los Angeles. Seit seiner Kindheit stopft er sich mit Sedativen voll, die ihm von seinem Vater Gideon Largeman (Ian Holm) verschrieben werden, sodass er mittlerweile nur noch allein und emotionslos vor sich hinlebt und versucht seine Vergangenheit zu verdrängen.
Als plötzlich seine Mutter verstirbt, muss Andrew für die Beerdigung in seinen Heimatort nach New Jersey zurückkehren und sich den Dämonen seiner Jugend und seinen ungelösten Problemen stellen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn mit seinem Vater kann er aufgrund des unterkühlten Verhältnisses zu ihm nicht reden und bei seinen alten Freunden hat sich seit damals im Grunde nichts verändert. Sie führen in ihrem Kaff immer noch ein tumbes Leben zwischen Drogenkonsum und Perspektivlosigkeit. Der alte Frust droht Andrew wieder zu überwältigen.
Doch dann tritt unerwartet die abgedrehte Sam
in sein Leben, eine junge Frau, die emotionsgeladen und eine notorische Lügnerin ist. Durch Sam scheint Andrew zum ersten Mal eine Perspektive zu haben, seiner Frustration und emotionalen Isolation entfliehen zu können...

Kritik: Zach Braff ist ein junges Multitalent, dessen ganze Schaffenskraft sich in den nächsten Jahren hoffentlich noch gut entfalten kann. Die meisten Leute dürften ihn nur aus der Sitcom-Serie Scrubs – Die Anfänger kennen. Er hat aber auch schon kleinere Filmrollen gespielt (Manhatten Murder Mystery, Der Club der gebrochenen Herzen). Mit dem Low-Budget-Film Garden State legt Braff nun sein Regie-Debüt vor.
Bei Garden State fungiert er aber nicht nur als Regisseur, sondern spielt auch die Hauptrolle, schrieb das Drehbuch und suchte persönlich die Songs für den Soundtrack aus. Normalerweise würde man jetzt sagen: „Da hat sich aber jemand ganz gewaltig in seinen Fähigkeiten überschätzt!“ Doch weit gefehlt: Zach Braff erfüllt alle Aufgaben mit Bravour. Sein Film überzeugt fast auf ganzer Linie!
Obwohl es sich bei Garden State um ein ruhiges sozialkritisches Liebesdrama handelt, welches eigentlich eher deprimierend ist, gelingt es Braff, immer wieder feine Dosen Humor einzustreuen, sodass der Zuschauer nicht von der deprimierenden Situation des Protagonisten erschlagen, sondern stets unterhalten wird und häufig ein Lächeln oder sogar Lachen auf den Lippen hat.

Zach Braff hat ebenfalls ein Händchen dafür, eine gute Geschichte überzeugend und vor allem mit viel Liebe für (Ausstattungs-)Details zu erzählen. Dass er die Geschichte so gut in Szene setzen kann, liegt vermutlich auch zum Teil daran, dass die Story nach Braffs eigener Aussage auch einen großen Teil autobiographische Elemente beinhaltet.
Ein weiteres Detail, was für Braffs Können spricht, sind die vielen liebevoll in Szene gesetzten skurrilen Charaktere, die mit teilweise sehr pointierten Dialogen ausgestattet wurden. Als großes Sahnehäubchen setzt Braff noch einen äußerst gelungenen und vor allem passenden Soundtrack oben drauf. Wie bei Quentin Tarantino-Filmen ist hier die Musik nicht beliebig eingesetzt. Braff hat alle Songs persönlich für die einzelnen Sequenzen ausgewählt, woran man wiederum erkennt, wie viel Liebe und Herzblut er in den Film investiert haben muss. Die Songauswahl ist hervorragend und wurde deshalb auch mit einem Grammy-Award bedacht.
Allerdings bekommt Zach Braff bei mir einen Punktabzug bei seiner Aufgabe als Regisseur, denn im Film gibt es eine Reihe von auffälligen handwerklichen Fehlern, wozu hauptsächlich Anschlussfehler gehören. Dass mindert den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck aber nur sehr wenig.
Neben Zach Braff, der auch schauspielerisch voll überzeugt, ist Natalie Portman (Léon – Der Profi, Star Wars: Episode I – III) das größte Highlight des Films und zeigt hier eine ihrer besten Darstellungen. Nach dem eher unscheinbaren Eindruck, den sie mit ihrer mageren Rolle in Episode III abgegeben hat, war dieser Auftritt eine wahre Wohltat und sehr überzeugend. Vor allem das Zusammenspiel und die Romanze mit Zach Braff im Film überzeugen auf ganzer Linie. Zwischen den Beiden stimmt einfach die Chemie und schon bei einem kurzen Gespräch im Wartezimmer eines Arztes kommen mehr Gefühle rüber, als bei der gesamten Liebesbeziehung zwischen Natalie Portman und Hayden Christensen in Episode II und III, bei denen überhaupt keine glaubhaften Gefühle zu erkennen waren.
In den USA war Garden State ein Überraschungshit, was hier in Deutschland leider nicht der Fall sein wird, obwohl es der Film wirklich verdient hätte.

Fazit: Garden State ist ein kleiner aber feiner Film, der mit viel Liebe und Sinn fürs Detail inszeniert wurde. Der Regisseur, Hauptdarsteller und Autor Zach Braff erweist sich als wahres Multitalent und erledigt alle Aufgaben sehr überzeugend. Obwohl der Film eigentlich eher ein Drama ist, werden auch die Zuschauer, die nicht so gerne deprimierende Themen sehen, mit wohldosiert eingestreutem Humor sehr gut unterhalten. So ist der Film in erster Linie allen Zuschauern zu empfehlen, die gerne etwas anspruchsvollere und dialoglastigere Programmkino-Filme bevorzugen. Aber auch andere Kinogänger, die gut erzählte Geschichten mit tollen, ausgefallenen Figuren zu schätzen wissen, dürften den Film mögen. 9 von 10 Motorräder mit Beiwagen.

Sebastian Schwarz
29.05.2005

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63 Stimmen
Schnitt: 5.2
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Leser-Kommentare:
THX 1138 (03.08.05): In meinen Augen ist dieser Film momentan einer der besten Filme dieses Jahres (der einzige der ihn schlagen konnte mMn war Ray). Zach Braff beweist hier, dass er nicht nur in seiner Rolle in Scrubs brilliert, sondern auch in anderen Rollen und sogar für Drehbuch und Regie ideal ist. Meine Bewertung 10/10. Ein rundum großartiger Film.
joel (06.06.05): ein schoener ruhiger film mit interessanten und teilweise schrulligen charakteren und einem wirklich auffaellig guten soundtrack. die geschichte ist tragisch, aber nicht traurig. kleine lichtblicke und komische momente lockern die handlung auf. kein pathetischer hollywood streifen, sondern eher ein "europaeischer" film in der amerikanischen proviz. sehenswert!! von mir gibt's 8 von 10 unscharfen messersets
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