Paycheck - Die Abrechnung
SF-Action, USA 2003, 119 Minuten, ab 12
Originaltitel: Paycheck; Deutschlandstart: 22.01.2004 (UIP); Regie: Regie: John Woo; Produktion: John Davis, Michael Hackett, John Woo, Terence Chang; Drehbuch: Dean Georgaris nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick; Musik: John Powell; Kamera: Jeffrey L. Kimball; Effekte: Gregory L. McMurry; Ausstattung: William Sandell; Schnitt: Kevin Stitt, Christopher Rouse; Kostüme: Erica Edell Phillips

mit Ben Affleck (Michael Jennings), Aaron Eckart (James Rethrick), Uma Thurman (Rachel Porter), Paul Giamatti (Shorty), Colm Feore (Wolfe), Joe Morton (Agent Dodge), Michael C. Hall (Agent Klein), Peter Friedman (Generalstaatsanwalt Bown), Kathryn Morris (Rita Dunne), Ivana Milicevic (Maya-Rachel)

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Die Erinnerungen von Michael Jennings werden gelöscht. Michael auf der Flucht. Immer dabei: die Papiertüte. Biologin Rachel Porter hilft Michael. Michael und Rachel werden vom Hubschrauber verfolgt.

Was ist das für ein Job, Jimmy. - Kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir nur sagen, dass es was mit Optik zu tun hat, und dass du Aktienoptionen dafür bekommst. Ein Teil der Firma gehört dann dir. - Und wenn's nicht funktioniert, dann gehört mir ein Teil von gar nichts. - Ich verspreche dir... Ich garantiere dir eine 8-stellige Summe. Minimum. - Wo ist der Haken? - Der Job verlangt vielleicht ein bisschen mehr Zeit als du es gewohnt bist. - Von wieviel mehr sprechen wir? - Zwei Jahre. - Michael Jennings bekommt seinen Auftrag

Plot: Der Computerspezialist Michael Jennings (Ben Affleck) arbeitet nicht immer mit astreinen Methoden bei der Entwicklung neuer High-Tech-Produkte. Deswegen ziehen seine Auftraggeber in der Regel vor, sein Gedächtnis nach der Erledigung eines Jobs zu löschen. Der aktuelle Auftrag ist aber was besonderes: Zwei Jahre soll die Entwicklung dauern. Also sollen auch zwei Jahre Erinnerung getilgt werden. Das hat noch niemand gemacht. Der garantierte Gewinn von mindestens 10.000.000 Dollar lässt Michael aber zustimmen.
Sogar drei Jahre später sitzt er dann in seiner Bank und möchte sich seinen Verdienst auszahlen lassen. Statt der unglaublichen Summen wird ihm aber nur ein Briefumschlag mit 20 scheinbar nutzlosen Gegenständen übergeben. - Und plötzlich sind alle möglichen Leute hinter Michael her, die ihm nach dem Leben trachten.
Was ist passiert? Leider fehlt im vertragsgemäß jede Erinnerung daran. - Was seine Überlebenschancen nicht unbedingt verbessert...

Kritik: SF-Autor Philip K. Dick ist dafür bekannt, dass seine Zukunftsvisionen meist gar nicht so weit von der aktuellen Wirklichkeit entfernt sind. Und so ist es nur konsequent, dass die Erlebnisse von Michael Jennings jedem Freelancer heute bekannt vorkommen sollten:
1) Die Anwendung illegaler Praktiken werden vom Arbeitgeber geduldet, offiziell aber abgestritten.
2) Mit allen Mitteln wird die Weitergabe von Forschungsergebnissen an die Konkurrenz verhindert. (Gehirnlöschung zum Glück noch nicht technisch möglich.)
3) Nach Abgabe des Werkes versucht der Auftraggeber mit Tricks die Auszahlung des vereinbarten Lohnes zu verhindern.
Paycheck hätte also äußerst lebensnah und dadurch außerordentlich spannend werden können. - Ist er aber nicht. Und das liegt weniger am Spannungsaufbau - der stimmt nämlich weitgehend - sondern vor allem daran, dass man es hier mit der Logik nicht so genau genommen hat. - Na, sagen wir besser: Der Film ist kompletter Unsinn!
Stellen wir hier mal nur einige wenige Fragen:
- Warum gibt Michael das Geld freiwillig zurück, wenn er sich nicht verdächtig machen will?
- Warum kommt den Überwachern der Umschlag mit den 20 Gegenständen nicht verdächtig vor?
- Warum ist Rachel nicht eingeweiht?
- Warum wollen die Behörden Michaels Tod?
- Warum reicht Michael die Patente auf seinen eigenen Namen ein?
Selbst wenn sich von diesen Fragen einige nach mehrmaligen Schauen des Filmes vielleicht noch beantworten lassen, bleiben noch hundert andere unbeantwortet, die ebenfalls mit der inneren Logik des Filmes zu tun haben. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das in der Vorlage von Dick schon genau so war. - Ich werde das mal überprüfen...

Fazit: Unlogischer Science Fiction Unsinn, temporeich inszeniert. 5 von 10 sinnlose Gegenstände im Umschlag

Olaf Scheel
25.01.2004

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War okay9%
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Sehr gut13%
Absolut hervorragend18%
Bester Film aller Zeiten9%

22 Stimmen
Schnitt: 5.9
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Olaf (22.03.04): @Sandra: Es tut mir leid, aber deine Antworten zielen meiner Meinung nach ins Leere. Michael ist durch den Blick in die Zukunft praktisch allwissend. So komplizierte Sachen müsste er dann eigentlich nicht machen. Außerdem sind 10 sinnlose Dinge in einem Umschlag nicht gerade unverdächtig.
Jonny Beard (10.02.04): Paycheck hat den Charme und die Spannung eines B-Movies. Man könnte glauben, daß Uma Thurmann ihre Karriere auf dem absteigenden Ast sieht, da sie sich für so einen Schinken hergibt, zumal ihre vorherige Rolle in Kill Bill da eine ganz andere Dimension hat ... Die Leistung von Ben Affleck und Uma Thurmann erweckte den Eindruck, als hätte man ihnen ihre Erinnerung der letzten Jahre genommen, und somit in den Zustand versetzt, den sie kurz vor Ende ihres Schauspielunterichtes hatten. Während man Uma Thurmann noch zu Gute halten kann, das ihre Rolle auch von einer Beate Uhse Puppe hätte gespielt werden können, vermittelte Ben Affleck den Eindruck, als könne er sich nicht entscheiden, seinen Charakter an James Bond, MacGyver oder Inspektor Clouseau auszurichten. Die Story ist an und für sich gut angelegt, und die ersten 20-30 Minuten verheissen einen interressanten Film. Leider beginnt es dann, etwas holperig zu werden. Dieser Eindruck entsteht wohl dadurch, das einzelne Handlingsteile durch alzu "brilliante Schlussfolgerungen" aneinander geklebt wirken - minutenlang ist man dem "Geheimniss" auf der Spur, kommt nicht wirklich voran, und *ping* fällt Ben die Lösung in einem Anfall von Genialität in den Schoß. Da fühlt man sich als Zuschauer einfach nicht genug mitgenommen. Lösungen und Geheimnisse sind zu einfach und nicht überraschen (wie häufig ist schon der fett-beschrifftete Spiegel, dessen Geheimniss sich bei Wasserdampf offenbart schon verwendet worden ?) Auch handwerklich läßt der Film viele Wünsche offen. Kamerafahrten und Einstellungen wirken altbacken, Skriptfehler treten durch Nahaufnahmen zu deutlich hervor - zB. Pistolen, die in einer SlowMo Einstellung aus der Hand fallen, aber in der nächsten Einstellung wieder in der Hand sind. Die Kampfszenen (besonder mit dem Langstock) würden einem Kinderfilm zwar alle Ehre machen, sehen bei Ben Affleck aber eher so aus, als bräuchte er den Stock eigentlich, um sich nicht die Fingernägel zu ruinieren. Eine kleine Anmerkung / Frage noch: Funktioniert der Los-Kauf in den USA so, das man sich eine Losnummer aussuchen kann ? Ich fand das irgendwie irriterend ... Alles in Allem fand ich den Film ziemlich langweilig und schlecht gemacht. Er verschaffte mir jedoch die Zeit, einmal herauszufinden, wieviele Popcörner in einer kleinen Popcorn-Tüte sind ... nein, das verrate ich euch nich ... :) weshalb ich dem Film insgesamt drei dreimal gezeigte, aber nie benutzte Büroklammern
Sandra (05.02.04): Ich sehe schon, dass es hier wieder mal nur zwei Meinungen gibt: Flop oder Top! Also ich fand "Paycheck" auch sehr spannend und obwohl ich Affleck für talentlos und geschniegelt halte, hat er im Film durchaus überzeugt. Weiterhin habe ich es mir abgewöhnt bei offensichtlichen SciFi-Action-Filmen zuviel zu denken, vielleicht mag das hier ein Vorteil gewesen sein. Wie auch immer, ich würde dem Film nicht das Prädikat "wertvoll" angedeien lassen, aber dem Rest der Filmbewertungsstelle stimme ich weitgehend zu. @Olaf: Michael gibt das Geld zurück, weil er damit seine eigene Aufmerksamkeit auf sich lenken will (weil Gedächtnis gelöscht), warum sollten die Bewacher über 10 Dinge in einem Briefumschlag nachdenken?, Rachel wurde nicht eingeweiht, weil Michael offenkundig von der totalen Überwachung wußte und sie nicht in Gefahr bringen wollte, das F.B.I. wollte entweder Michael oder seine Erfindung (als die Erfindung in greifbare Nähe gerückt ist, war Michael nur noch ein zu eliminierendes Ziel), zum letzten Punkt kann ich nichts sagen, weil ich mich daran gar nicht erinnern kann und es eigentlich auch Wurscht ist. Fazit: Siehe Filmbewertungstelle; 7 von 10 zwitschernden Piepmätzen mit Geldsegen
Eric Draven (26.01.04): Lange keine so guten SiFi-Action-Film mehr gesehen. Interessante Story, gut gemachte Action und durchgehende Spannung. Klar gibt es wieder die ein oder andere unlogische/ übertriebene Szene, aber es ist und bleibt nun mal ein Actionfilm.
Pure Unterhaltung und dafür gibt es von mir 7 von 10 Albert-Einstein-Briefmarken.

Olaf (26.01.04): Hallo Sebastian. :-) Eigentlich hatte ich die äußere Logik des Filmes, die du ansprichst, gar nicht kritisiert. Natürlich muss man Dinge akzeptieren, die in SF-Filmen möglich sind, aber unserer heutigen Naturwissenschaft widersprechen. Das macht das Genre aus. Ich hatte hingegen nur die innere Logik des Filmes kritisiert, das was die Sinnhaftigkeit der Story ausmacht. Und, es tut mir leid, die fand ich sehr sehr schwach. Mit den interessanten Fragen über den Blick in die Zukunft, die der Film zart andeutet, beschäftigt er sich eigentlich gar nicht. Deswegen finde ich das Prädikat der Filmbewertungsstelle auch unangemessen.
Sebastian (26.01.04): Ich kann den Satz der Filmbewertungsstelle nur unterstreichen!!!
Sebastian (26.01.04): Also ich fand Paycheck aüßerst spannend und sehr sehenswert! Den Film als kompletten Unsinn abzutun, finde ich zu einfach, denn bei Filmen, in denen es um die "Zukunft" geht, bleibt die Logik häufig mal auf der Strecke bzw. ist auf verschiedene Weise auslegbar. Gut, man muss bei Paycheck sein Gehirn in Punkto Logik und Wahrscheinlichkeit bisweilen ein gutes Stück zurückfahren, aber wenn man es mal akzeptiert hat, dass alles so einfach funktioniert, macht der Film nur noch Spaß und ist Unterhaltung pur! Da ist es dann auch nicht mehr schlimm, wenn Jennings alles so hinbekommt, als wäre er MacGyver oder James Bond! Wenigstens ist es nicht so schlimm, wie in einem Emmerich-Film!
Schauspielerisch ist der Film auch Top, wenn man mal davon absieht, dass Affleck hier und da doch ein wenig zu geschniegelt und glatt wirkt. Zumindest überzeugen alle in ihren Rollen. In Punkto Action lässt der Film auch nichts zu wünschen übrig! Auch wenn die Motorradsequenz nicht unbedingt wichtig für die Handlung ist, so ist sie von Woo zur Kurzgeschichte sehr gut hinzugedichtet worden.
Woo-Fans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, da die wichtigsten Markenzeichen von John Woo auch in diesem Film vorkommen.
Paycheck ist Popcornkino vom Feinsten und ich kann ihn allen, die zwei sehr gut unterhaltende Stunden im Kino wollen, auf jeden Fall empfehlen! knapp 8 von 10 zerstörten Synapsen

Olaf (25.01.04): Manchmal fang ja an am System der Filmprädikate zu zweifeln. Ich seh nämlich gerade, dass Paycheck das Prädikat "wertvoll" bekommen hat. Die Filmbewertungsstelle meint dazu: "Raffiniert gebautes High-Tech-Abenteuer mit glanzvollen Actionszenen, spannend, temporeich und mit einem schönen Schuß Ironie erzählt." - Au weia!
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