Die große Verführung
Komödie/Drama, Kanada 2003, 109 Minuten, ab -
Originaltitel: La Grande Séduction; Deutschlandstart: 02.12.2004 (Kool Film); Regie: Jean-François Pouliot; Produktion: Roger Frappier, Luc Vandal; Drehbuch: Ken Scott; Musik: Jean-Marie Benoît; Kamera: Allen Smith; Schnitt: Dominique Fortin

mit Raymond Bouchard (Germain Lesage, der Ersatzbürgermeister), David Boutin (Christopher Lewis, der Schönheitschirurg), Dominic Michon-Dagenais (Jeune Germain), Guy-Daniel Tremblay (Rolland Lesage), Nadia Drouin (Simone Lesage), Rita Lafontaine (Helene Lesage), Roc LaFortune (Charles Campeau), Réal Bossé (Denis Lacoste), Guy Vaillancourt (Claude Larivée), Lucie Laurier (Eve Beauchemin), Pierre Collin (Yvon Brunet), Ken Scott (Richard Auger), Jean-Pierre Gonthier (Réal Fournier), Benoît Brière (Henri Giroux, der menschliche Bankautomat), Marc Legault (Marcel Sigouin), Caroline Girard (Lucie Giroux), Donald Pilon (Mr. Dupré, der Unternehmer), Lucie Laurier (Ève Beauchemin, die Postbeamtin)

Filmplakat
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Die Dorfbewohner hecken die große Verführung aus. Ersatzbürgermeister Germain mit dem Christopher, dem Arzt. Germain tut ganz väterlich. Die Abhörstation des Dorfes.

Es gäbe Arbeit in der Stadt. - Helene, wir können Sainte-Marie nicht verlassen. - Warum nicht? Willst du lieber weiter die Stromleitung anzapfen, die Telefongesellschaft betrügen, die Wasserwerke betrügen und deinen Kumpeln alte Geschichten vom Angeln erzählen? Du, du willst lieber hierbleiben und nichts tun, außer deine zwei Schecks von der Sozialhilfe zu kassieren. - Ich habe eine Vollmacht, auf der steht schwarz auf weiß, dass ich den Sozialhilfescheck von Monsieur Provencé abholen soll. Und die hat Monsieur Provencé selbst ausgestellt. Er gab mir diesen Auftrag... - Monsieur Provencé ist tot. - Für die Verwaltung der Landesregierung aber nicht. Helene, ich will nun mal nicht in der Stadt arbeiten. Würdest du... würdest du's bitte mir überlassen, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene, ja? Es ist mein Leben, es ist meine Entscheidung! - Der Job ist für mich. - Germains Frau Helene möchte das Dorf verlassen.

Plot: In Sainte-Marie-La-Mauderne liegt der Hund begraben. Das abgelegene kanadische Fischerdörfchen und seine knapp 120 Einwohner vegetieren dahin, seit die erschöpfte Fischgründe die Menschen um ihre Arbeit gebracht haben. Vielleicht würde ein Unternehmen eine Fabrik bauen - aber nur, wenn sich ein Arzt auf der Insel niederlässt! Die Trostlosigkeit des Ortes schreckt aber schon seit Jahren jeden Mediziner ab.
Da heckt Germain (Raymond Bouchard) die wundersame Verwandlung des Dorfs aus, um Dr. Lewis (David Boutin) aus der Stadt zu verführen. Von berückenden Frauenfüßen übers verhasste Kricket bis zu ausgefallenen Krankheiten tun die Verschwörer alles, um den Doktor zu blenden: Sainte-Marie-La-Mauderne ist der schönste Platz der Welt!

Kritik: Lang lebe Ned Devine! (1998) trifft Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam (1985) trifft Doc Hollywood (1991). - So könnte man die Geschichte dieses erfolgreichsten Films 2003 in Quebec zusammenfassen. Wobei Doc Hollywood mit Michael J. Fox natürlich nur die Rahmenhandlung beisteuert, die beiden europäischen Filme aber viel der Atmosphäre, die diese warmherzige Komödie bestimmt. Die große Verführung erscheint auch insgesamt sehr europäisch für einen amerikanischen Film. So ist es fast schon logisch, dass er auf dem bekanntesten amerikanischen Filmfestival für den Independentfilm, dem Sundance Festival 2004, zum Publikumsliebling avancierte.
Das schöne ist, wie es dem Film gelingt, trotz der trostlosen Situation der sozial abgestürzten Dorfbewohner keine trostlose Stimmung aufkommen zu lassen. Die Stimmung ist warmherzig, voller Situationskomik und schöpft viel aus den liebevoll gezeichneten Charakteren, die allesamt skurril, aber nicht unsympathisch wirken.
Ein ganz anderes Erlebnis als Dr. Lewis im Film, scheint die Filmcrew bei ihrem Dreh im Dörfchen Harrington Harbor gehabt zu haben. Die Bewohner dieses Dorfes ohne Straßen, nur mit hölzernen Gehwegen, waren zunächst sehr skeptisch, und es stand täglich der Rauswurf zu befürchten. Doch am Ende wurde eine kleine Insel in der Nähe sogar in in "Kricket Island" umgetauft. Ob es jetzt auch eine Mannschaft gibt?

Fazit: Warmherzige Sozial-Komödie, mit liebevollen Charakteren und einer positiven Grundstimmung. Genau das richtige zum gut Fühlen an kalten Winterabenden. 7 von 10 Dorfbewohner-Verdoppelungen.

Olaf Scheel
05.12.2004

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237 Stimmen
Schnitt: 5.2
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Leser-Kommentare:
Sebastian (05.12.04): Der Film ist einfach ganz großes Erzählkino vom Feinsten!!! Er ist zwar filmisch und erzählerisch nicht innovativ, aber das muss er auch gar nicht sein! Eine nette Geschichte mit sympathischen und auf ihre Weise schrulligen Charakteren, die wirklich flott, lustig und sehr unterhaltsam erzählt ist! Ich habe eigentlich nichts am Film auszusetzen und habe mich köstlich amüsiert!
Endlich mal wieder ein Film der wirklich Charme hat und das ist heutzutage im Kino ja eher selten geworden!
Deshalb gibt es von mir auch satte 9 von 10 improvisierten Kricket-Spielen!

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