Mystic River
Drama/Thriller, USA 2003, 138 Minuten, ab 16
Originaltitel: Mystic River; Deutschlandstart: 27.11.2003 (Warner Bros.); Regie: Clint Eastwood; Produktion: Robert Lorenz, Judie G. Hoyt, Clint Eastwood; Drehbuch: Brian Helgeland nach dem Roman von Dennis Lehane; Musik: Clint Eastwood; Kamera: Tom Stern; Ausstattung: Henry Bumstead; Schnitt: Joel Cox; Kostüme: Deborah Hopper

mit Sean Penn (Jimmy Markum), Tim Robbins (Dave Boyle), Kevin Bacon (Sean Devine), Laurence Fishburne (Whitey Powers), Marcia Gay Harden (Celeste Boyle), Laura Linney (Annabeth Markum), Kevin Chapman (Val Savage), Thomas Guiry (Brendan Harris), Emmy Rossum (Katie Markum)

Filmplakat
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Hast du je darüber nachgedacht, wie eine kleine Entscheidung dein ganzes Leben verändern kann? Ich hab gehört, Hitlers Mutter wollte ihn abtreiben. Im letzten Moment hat sie's sich anders überlegt. Verstehst du, das ich meine? - Jimmy (Sean Penn) macht sich Gedanken

Plot: Ein Verbrechen führt die einstigen Kindheitsfreunde Jimmy Markum (Sean Penn), Sean Devine (Kevin Bacon) und Dave Boyle (Tim Robbins) wieder zusammen: Jimmys neunzehnjährige Tochter ist ermordet worden. Sean Devine ist als Detective mit der Untersuchung betraut und kehrt nach vielen Jahren in jenes Bostoner Stadtviertel zurück, in dem Jimmy und er früher Zeugen eines anderen schrecklichen Verbrechens wurden, als ihr Freund Dave vor ihren Augen entführt wurde. Jener Dave Boyle ist noch viele Jahre später schwer traumatisiert durch die damalig erlittenen Misshandlungen.
Äußerst verschlossen und mit morbiden Zügen versehen, gerät Dave bald in Verdacht, etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Vor allem seine verunsicherte Frau (Marcia Gay Harden) befürchtet Schlimmes: Warum ist Dave in der Mordnacht mit Blutspuren übersät nach Hause gekommen, und warum verstrickt er sich in widersprüchliche Aussagen?
Während Detective Devine sich gegen alle Anzeichen sträubt, sein ehemaliger Freund könnte der Mörder sein, schwört Jimmy, blind vor Entsetzen und Wut, vor dem Leichnam seiner Tochter Rache.

Kritik: Clint Eastwood wagt sich in seiner Regiearbeit an die klassischen religiösen Themen Schuld, Sühne und Erlösung heran. Er erzählt seine Geschichte aus göttlicher Perspektive. So gleitet die Kamera wiederholt weit über den Dächern der Stadt, der Blick vom Himmel herab bestimmt den Erzählduktus.
Ebenso zentral ist die Metapher des Flusses, bzw. des Wassers, die schon im Titel anklingt und nicht weniger religiös zu verstehen ist. Das Wasser, über das der Blick immer wieder beinahe meditativ hinweg streicht, ist sowohl ein Ort der Bedrohung, da er den schicksalhaften Untergang seiner Figuren und ihre unter der Oberfläche verborgenen dunklen Geheimnisse versinnbildlicht, zum anderen ist es ein Ort der ersehnten Reinwaschung, der Erlösung.
Der große Erfolg von Mystic River bei den amerikanischen Kritikern dürfte gerade in seiner stark mystisch angehauchten Erzählweise liegen, die eine religiöse Weltsicht voraussetzt, um den Film überhaupt vollständig verstehen zu können. In seinen besten Momenten ist Mystic River von tragischer Wucht, beseelt durch engagierte schauspielerische Leistungen (vor allem Sean Penn und Kevin Bacon), in wenigen anderen Momenten wünscht man sich als Zuschauer vielleicht eine etwas weniger aufdringliche Metaphorik (die durch die von Eastwood selbst komponierte Musik noch dramatisiert wird).
Mystic River funktioniert vor allem als Schauspieler-Film und Charakterstudie, auch wenn die Entwicklung von Jimmys Frau zu einer modernen Lady Macbeth am Ende etwas zu konstruiert wirkt. Im Gegensatz zu Tim Robbins manchmal etwas überzogenen Theatralik brilliert Kevin Bacon durch sein Understatement.

Fazit: 8 von 10 fehlgeschlagene Reinwaschungen

Dominik Rose
08.12.2003

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Sehr gut8%
Absolut hervorragend8%
Bester Film aller Zeiten5%

34 Stimmen
Schnitt: 5.3
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Laura (11.12.11): Top Film aber zur Auflösung: Kann es nicht sein,dass mit der Szene,in der Laura erklärt,dass alles gut so ist,wie es nun einmal gelaufen ist angedeutet wird,dass sie auch etwas mit dem Mord zu tun hat?denn die beiden jungen haben zu Beginn, beim Telefonat mit der Polizei, jemanden angesprochen,den sie gesiezt haben.außerdem betonte Laura,dass Jimmy auch noch andere Töchter habe.
John Doe (25.06.04): ein echt toller film. ich hab leider nur das buch gelesen . aber auch da hab ich besonderst mit gelitten ,als jimmy vom tot seiner tochter erfährt. am anfang dachte ich echt, dass dave es war aber nach der zeit merkt man schon, dass er s nicht war und man kommt sogar schnell drauf, dass es der kleine stumme junge war. tja, irgendwann weiß mans und man muss es gelesen oder gesehen haben. 9 von 10 unschuldigen toten
cramer (24.02.04): Ein Superfilm!!!!!!!!! 10 Punkte
Dominik (10.01.04): @Nikolas: Ich denke, der Mord der beiden Jungs an dem Mädchen ist dadurch gerechtfertigt, daß einer der beiden, und zwar der stumme, seit Jahren einen großen Groll gegen Jimmy Markum hegen muß, denn schließlich hat der ja (wie Jimmy bei der Exekution von Dave verlauten läßt) seinen Vater umgebracht, während der kleine Junge dabei zuschauen mußte. Die unterschwellige Feindseligkeit und seltsame Stimmung zwischen Jimmy und dem Jungen, die ja schon am Anfang in Jimmys Laden deutlich wird, wäre ohne diesen düstren Vorfall in beider Vergangenheit ja auch gar nicht plausibel!
Dominik (10.01.04): @Nikolas: Ich denke, der Mord der beiden Jungs an dem Mädchen ist dadurch gerechtfertigt, daß einer der beiden, und zwar der stumme, seit Jahren einen großen Groll gegen Jimmy Markum hegen muß, denn schließlich hat der ja (wie Jimmy bei der Exekution von Dave verlauten läßt) seinen Vater umgebracht, während der kleine Junge dabei zuschauen mußte. Die unterschwellige Feindseligkeit und seltsame Stimmung zwischen Jimmy und dem Jungen, die ja schon am Anfang in Jimmys Laden deutlich wird, wäre ohne diesen düstren Vorfall in beider Vergangenheit ja auch gar nicht plausibel!
Nikolas (02.01.04): sorry, vor und hinter den 3. absatz gehören jeweils ein spoiler, die aber irgendwie im html untergegangen sind...
Nikolas (02.01.04): ich finde, mystic river ist ein sehr guter film, dessen stärke in seiner sensiblen inszenierung und einem hervorragend agierenden schauspielerensemble liegen!
allein schon tim robbins als labiles wrack ist eine schau. sean penn als ruheloser ungekrönter könig der straße und kevin bacon als zwischen vergangenheit und beruf hin und hergerissener ermittler tun da ihr übriges, ihre filmfrauen, gerade marcia gay harden, nicht zu vergessen.
die langsame inszenierung hat mich eigentlich nciht weiter gestört und um ehrlich zu sein, habe ich keine großartige religiöse metaphrik entdecken können. - ein, zwei schwenks gen / aus dem himmel, das findet man in anderen filmen auch!
leider hatte der film auch einige kleine schwächen und die haben mich doch sehr gestört. aber erstmal ein dicker :
am anfang bei entdeckung der leiche wird gesagt 'so was grauenhaftes habe ich noch nie gesehen' und dann liegt da nen mädel in nem graben und das wars. sorry, aber die beamten haben wohl noch keine hannibal lecter opfer gesehen... aber okay.
viel gravierenden fand ich die ganze auflösung: da wurde der verdacht nun die ganze zeit auf tim robbins gelenkt und es war klar: entweder er ist es nun (aber eigentlich zu offensichtlich) oder aber sean penn irrt sich jetzt und bringt den falschen um und es war jemand, auf den man gar nicht gekommen ist. und dann diese halbherzige auflösung! also wenn 2 kleine jungs mal "scheiße" bauen, weil sie papas pistole gefunden haben, dann bekommt man panik und haut ab oder so. aber man schlägt kein mädchen mit dem hockeyschläger tot... dazu waren die doch psychisch gar nicht in der lage. und weswegen auch? hatten die außer ein wenig ärger was zu verlieren? wären die in den knast gewandert? sehr wahrscheinlich nicht...

die o.g. genannten schwächen haben mir die übrige qualli des films etwas verdorben, ansonsten fand ich den gerade aufgrund der schauspielerischen leitungen wirklich sehenswert!
8 von 10 erinnerungen im beton

Dominik (15.12.03): @Sebastian: Sehe ich auch so, das mit dem Ende. Ich glaube, der Film tendiert einen Tick zu stark Richtung Dramatik. Die finale Entwicklung hat halt auch Vorbilder, alles ist ein bißchen too much Shakespeare. Mit religiös meinte ich auch weniger den direkten Inhalt, als vielmehr die Erzählweise, Kamera aus Himmelsperspektive, Kameraschwenks in den Himmel, alles sucht quasi nach Erlösung. Trotzdem guter Film.
Sebastian (15.12.03): Mystic River ist wirklich ein Spitzenfilm mit einer guten Story und hervorragend agierenden Schauspielern! Clint Eastwood zeigt hier wieder einmal sein Regietalent! Allerdings ist auch Mystic River wieder in Eastwoods üblichem gemächlichem Erzähltempo gedreht. Das wird so manchem Kinobesucher nicht gefallen. Ich mag das aber sehr, da man gerade dadurch mal wieder einen schönen "Erzähl"-Film sehen kann. Durch den ganzen Film zieht sich im unterschiedlichen Facetten das Grundthema "Schuld & Sühne"! Das habe ich aber, wie auch Olaf, weniger religiös, als eher von menschlichen Schicksalen und dem menschlichen Gewissen geprägt gesehen. Wobei das Gewissen natürlich von der Moral und diese wiederum in gewisser Weise von der religiösen Einstellung geprägt wird. Wie auch immer, den Film kann ich auf jeden Fall allen empfehlen, die auf anspruchsvolles Kino zum Nachdenken stehen. Allein das Ende des Films stört mich doch sehr. Die letzte Rede von Laura Linney passt meiner Meinung nach überhaupt nicht in den Film und zerstört doch etwas das Gesamtkonzept und das Grundthema! Ebenso, ohne etwas verraten zu wollen, finde ich das, was letztendlich mit Sean Penn passiert, nicht zum Grundthema des Films passend. Deswegen gibt es leider nur 8 1/2 von 10 schlechten Kindheitserinnerungen
Olaf (08.12.03): In der Bewertung kann ich Dominik nur zustimmen. Allerdings habe ich in dem Film weniger die religiöse Metaphorik gesehen. - Klar ist, dass die Religion im Leben der beteiligten Personen eine Rolle spielt. Diese wird aber nicht überbetont. Die Verstrickungen, die sich aus dem Ereignis in der Jugend der drei Männer ergeben, werden eher als schicksalhaft beschrieben. Das würde ich vielleicht noch mystisch, aber nicht religiös nennen. - Vielleicht sind das auch nur Nuancen... 8 von 10 Versuche, sich von der Vergangenheit zu befreien
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