Dreamcatcher
SF/Horror/Mystery, USA 2003, 134 Minuten, ab 16
Originaltitel: Dreamcatcher; Deutschlandstart: 10.04.2003 (Warner Bros.); Regie: Lawrence Kasdan; Produktion: Lawrence Kasdan, Charles Okun; Drehbuch: William Goldman, Lawrence Kasdan nach dem Roman von Stephen King; Musik: James Newton Howard; Kamera: John Seale; Spezialeffekte: Stefen Fangmeier, Crash McCreery; Ausstattung: Jon Hutman; Schnitt: Carol Littleton, Raul Davalos; Kostüme: Molly Maginnis; Make Up: William Corso

mit Morgan Freeman (Colonel Curtis), Thomas Jane (Dr. Henry Devlin), Jason Lee (Beaver), Damian Lewis (Jonesy), Timothy Olyphant (Pete), Tom Sizemore (Owen Underhill), Donnie Wahlberg (Duddits)

Internet Movie Database (de/us)
Offizielle Homepage (Warner Bros. de)
Trailer (Warner Bros. de)

Wir kommen jetzt schon zum 20sten Mal nach Holland Wall und knutsch mir die Kimme, es sollen noch 20 werden. - Ja, noch mal 20. - Wir trinken auf Duddits, unseren Traumfänger. Ich wünschte, er wär hier. - Ja, auf Dudds. - Auf Douglas Cavell. - Duddits. - Die vier Freunde stoßen auf ihren 'Traumfänger' an

Vor Dreamcatcher läuft als Vorfilm einer der Appetizer zu Matrix - Reloaded, nämlich Animatrix - Der letzte Flug der Osiris.

Plot: Die vier Freunde Jonesy (Damian Lewis), Henry (Thomas Jane), Pete (Timothy Olyphant) und Beaver (Jason Lee) begeben sich auf einen Jagdausflug in den Wäldern von Maine und geraten mitten in das pure Grauen.
Sie beobachten wie alle Tiere panisch den Wald verlassen, und als sie einen verwirrten Jäger mit merkwürdigem Ausschlag im Gesicht beherbergen, fängt der wahre Horror erst an. Das Militär versucht währenddessen den Wald abzuriegeln um die Ausbreitung der angeblichen Seuche zu verhindern, die Mensch und Tier gleichermaßen zu befallen scheint.
Colonel Curtis (Morgan Freeman) allerdings kennt die ganze Wahrheit und versucht mit seinen ganz eigenen Mitteln den Feind zu vernichten. Die vier Freunde versuchen in der Zwischenzeit ihren ganz eigenen Feind zu bekämpften und sehr bald schon stellt sich heraus, dass ihr alter Freund Duddits (Donnie Wahlberg) die letzte Hoffnung für die Menschheit ist...

Kritik: Dreamcatcher ist die Verfilmung von Stephen Kings Buch Duddits, und ich sage es am besten sofort: Hätten sie es doch einfach gelassen!
So manches Mal verursachen einem Buchverfilmungen einfach nur Bauchschmerzen bis hin zu unerträglichen Krämpfen und letzteres ist bei Dreamcatcher der Fall. Es fängt schon damit an, dass man aus der Buchvorlage einfach kein eindeutiges Filmgenre herausfiltern kann, zu einer guten Verfilmung muss man die Genres gekonnt vermischen. Sagen wir es mal so: Es wurde wild gemischt, aber leider nicht gekonnt. Der Film beginnt als Mystery-Grusel-Thriller mit beklemmender Atmosphäre und wandelt sich dann innerhalb einer halben Stunde in ein Horror-Splatter-Movie, nur um sich in einer Blutorgie von Ekelhaftigkeiten dahinzuwälzen.

Es wurde wie wild aus allen möglichen Filmen schlecht geklaut. In der Horror-Splatter-Sequenz erwartet man jede Sekunde das Kurt Russell um die Ecke kommt, um das Ding aus einer anderen Welt zu jagen. In der unmittelbaren Folgeszene erwartet uns dann der Science-Fiction-Film: Von Die Besucher über Independence Day bis Signs ist hier alles dabei, nur passt es leider alles überhaupt nicht zusammen. Böse Aliens wollen die ganze Welt vernichten und die Menschheit ausrotten. - Nee, is klar! Warum? Ich zitiere Bob Dylan: The answer my friend ist blowing in the wind!
Jetzt kommen wir so gegen Ende langsam aber sicher zum Katastrophenfilm. Verseuchte Menschen werden in Lagern eingesperrt und sollen zum Schutz der restlichen Weltbevölkerung einfach getötet werden. Aber entgegen allen Vermutungen kommt Dustin Hoffman in diesem Handlungsstrang nicht vor, um ein Gegenmittel zu beschaffen. - Gewundert hätte mich das allerdings nicht!
Vom Showdown des Films wollen wir nicht sprechen, ich möchte dies den Lesern ersparen. Es ist unpassend, überflüssig, übertrieben und unfreiwillig komisch, da konnten auch der herzerweichende Blick und das gesabbere von Donnie Wahlberg nichts mehr retten, sorry! Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass der Drehbuchautor auf einem gigantischen LSD-Tripp gewesen sein muss, als er diesen Plot geschrieben hat; denn nur dann ergibt diese konfuse Story irgendwie einen Sinn.
Die Darsteller sind bemüht, die Effekte 1A, aber das rettet hier gar nichts. Alle Stephen-King-Leser wissen, dass seine Stories des öfteren in Verwirrung abgleiten bzw. in diversen Gleichnissen und Metaphern ihren Höhepunkt finden, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf einen LSD-Tripp zurückzuführen sind, aber es ist eine Sache darüber zu schreiben und eine ganz andere sie zu verfilmen. Ich bekomme jetzt schon Beklemmungen wenn ich mir nur ansatzweise vorstelle, dass irgendwann mal ein schlauer Drehbuchautor auf die noch schlauere Idee kommt Schlaflos zu verfilmen, denn ich weiß mit Bestimmtheit: Es kann auch immer NOCH schlechter werden.

Fazit: Unausgegorener Genremix mit bemühten Darstellern in einer konfusen Story. 4 von 10 indianischen Traumfängern

Sandra Plich
12.04.2003

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Mieserabel9%
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Naja geht so9%
War okay7%
Gut3%
Sehr gut5%
Absolut hervorragend11%
Bester Film aller Zeiten9%

53 Stimmen
Schnitt: 4.8
cgi-vote script (c) corona, graphics and add. scripts (c) olasch

Leser-Kommentare:
Birdeye (14.05.03): schließe mich den vorangegangenen Meinungen an, indem ich mir an dieser stelle mein geschimpfe über meine verbrauchte Zeit,die ich in diesem Film verbracht habe, vekneife und auch den ständigen Brechreiz, den ich während der Vorstellung verspührt habe, hier nicht erwähne ;-) Ich warne alle vor: verschwendet eurer Geld nicht! P.S.: Am absurdesten am ganzen Film fand ich die Szene in der Henry mit Joncy über eine Waffe "telefoniert" hat!!!!!
Alex (23.04.03): Oh doch, Gero! SOOOO schlecht war dieser Film! Auch ich bin Stephen King Fan, aber dieser Film hat absolut nichts mehr mit Stephen King zu tun und saegt derweil noch erfolgreich an dessen Kult-Status. Ja, der Film bietet vielleicht mehr Handlungsebenen und Charaktere als Signs, aber dafuer war bei Signs eine gute Story vorhanden, nichts zu viel, alles passte und der rote Faden krankte an keiner Stelle. Darueber hinaus war Signs dankbarerweise nicht künstlich in die unerträgliche Länge gedehnt worden. Da sollte man sich dringen mal die Frage stellen, ob weniger vielleicht mal wieder mehr ist...denn in Dreamcatcher haette man sowohl bei der Handlung (die Army-Handlung ist vollkommen ueberfluessig), als auch der Charaktere (zu viele Statisten, die wirklich gar keine Bedeutung fuer den Gesamtverlauf haben)im Drehbuch noch wahllos streichen koennen und damit ein gutes Werk getan! Das einzig gute an Dreamcatcher: Durch seine Existenz erfahren alte Stephen-King-Verfilmungen, die man vorher mehr als übel und lieblos fand, plötzlich ungeahnte Aufwertung!
Gero (23.04.03): "MIB" trifft "Signs" trifft "Stand By Me". - Vielleicht muß man (wie ich) ein Stephen King-Fan sein, aber _soo_ schlecht war der Film nun auch wieder nicht.
"Dreamcatcher" ist bei ähnlichen Handlungselementen nicht so slapstick-bloed wie MIB und hat mehr Handlung(sebenen) und Charaktere als "Signs" zu bieten. Wo letzterer mit Hitchcock-Effekten mit wenig CGI daherkommt, sind bei "Dreamcatcher" eben die Jungs von ILM, ihr Creatureshop und viel digitales Blut gefragt. Na jut, muß man mögen - fand ich zugegebenerweise auch etwas übertrieben.

Nichtsdestotrotz: Im Gegensatz zu Dare Devil, bei dem mich der Kinogang hinterher regelrecht geärgert hat, habe ich mich in diesem Film in keiner Minute gelangweilt.

8 von 10 vertretenen Würmern.

Emil (16.04.03): habe mich selten so geaergert, einen film besucht zu haben! um die langeweile und somit das leiden des zuschauers wenigstens ein bisschen zu minimieren, haette man doch wenigstens den army-handlungsstrang komplett und ersatzlos streichen koennen und es haette der gesamthandlung keinen abbruch getan (seid ehrlich, es ist so!). nebenbei haette man so auch noch gagen sparen koennen. zum inhalt: man nehme keine idee, schaue sich "outbreak" und die "alien"-filme an und vermenge das ganze ein wenig mit zwei oder drei wahllos ausgesuchten anderen king-verfilmungen und schon ist man beim lieblosen, viel zu langen und voellig absurden (an dieser stelle ist absurd negativ besetzt, was man bei filmkritiken wohl dazu schreiben sollte) dreamcatcher angelangt. bleibt zu hoffen, dass man auch nach dem mehr als fragwuerdigen cineastischen leckerbissen "dreamcatcher" so charmante sachen wie "outbreak" und besonders "alien" noch weiterhin schauen kann, ohne immer wieder an den desastroesen dreamcatcherstreifen erinnert zu werden! fazit: was soll der scheiß? mein rat: FINGER WEG von diesem film! im ernst!
Olaf (13.04.03): Outbreak trifft Langoliers. - Was schon obskur klingt, ist es dann auch, denn Dreamcatcher ist mit 68 Millionen Dollar kein billiger Hollywood-Streifen, kann aber seine Trash-Elemente nicht verbergen. So ist es nach meiner Meinung auch nicht die von Sandra angesprochene Genre-Vermischung, die den Film so merkwürdig bizarr macht, sondern die verschiedenen Stil-Elemente, die nicht zusammen passen. 5 von 10 übersinnliche Verbindungen
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